Seon

Hier bleibt kein Stein auf dem anderen – das Dorf wird zu einer Grossbaustelle

Siebe kantonale Bauprojekte werden in den nächsten fünf Jahren in Seon realisiert. Das bringt einige Einschränkungen mit sich.

Seit gut zwei Wochen wird an der Seetalstrasse in Seon gebaut. Es handelt sich dabei um die Projekte «K249 Seon Nord» und «K249 Seon Linksabbieger». Hinter den kantonalen Bezeichnungen verbergen sich zwei verschiedene Projekte, die gemeinsam realisiert werden.

Zum einen wird beim Knoten Seetalstrasse/Unterdorfstrasse eine Linksabbiegerspur in Richtung Egliswil realisiert. Damit soll die Staubildung, die vor allem zu Stosszeiten auftritt, vermindert werden. Das zweite Projekt befasst sich mit der Sanierung der Seetalstrasse Nord. Dabei wird der Teil der Seetalstrasse vom Restaurant Frohsinn bis hin zum Kreisel saniert und bereichsweise mit einem Mehrzweckstreifen erweitert.

Die Bushaltestelle «Post» wird dabei leicht nach Norden verschoben, wie es in einer Information vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt heisst. Die beiden Projekte kosten den Kanton Aargau und die Gemeinde Seon insgesamt rund fünf Millionen Franken. Zur Zeit sind die Verkehrsteilnehmer von der Baustelle noch nicht eingeschränkt.

Ab dem 17. Februar entstehen die ersten Behinderungen, wie Mathias Blaser sagt. «Dann ist es nicht möglich, von der Seetalstrasse in die Unterdorfstrassse abzubiegen.» Zudem ist in der zweiten Bauphase, die voraussichtlich von Februar bis April andauert, die Ein- und Ausfahrt in die Webereistrasse gesperrt oder im Minimum stark eingeschränkt.

Sieben Monate Einbahnregime

Grössere Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmenden gibt es von April bis Oktober. In dieser Zeit wird die Seetalstrasse zu einer Einbahnstrasse und ist nur noch von Lenzburg Richtung Seener Kreisel befahrbar. Verkehrsteilnehmende, die von Seon Richtung Lenzburg oder Schafisheim fahren wollen, nehmen im Kreisel die Ausfahrt Richtung Ladenstrasse, biegen links in die Unterdorfstrasse ab und fädeln beim Knotenpunkt Seetalstrasse/Unterdorfstrasse wieder auf die Kantonsstrasse ein.

Solange die Umfahrung besteht, ändert sich ausserdem ein Vortrittsrecht. Verkehrsteilnehmende, die von der Ladenstrasse auf die Unterdorfstrasse links einbiegen, haben Vorfahrt. Laufen die Bauarbeiten noch Plan, sollte das Einbahnregime im Oktober 2020 wieder aufgehoben werden und die beiden Bauprojekte bis Dezember 2020 beendet sein.

Nach der Fertigstellung der beiden Projekte sind für 2021 bereits zwei weitere kantonale Baustellen in Seon vorgesehen. Zum einen handelt es sich dabei um die zusätzliche Haltestelle «Seon Nord», die 700 Meter entfernt vom Bahnhof Seon entstehen soll. Die Geschichte hinter der Haltestelle ist langwierig.

Ursprünglich sollte sie 2016 gebaut werden, der Baustart wurde jedoch mehrmals verschoben. Derzeit ist ein der Baustart auf 2021 geplant. «Das Projekt ist derzeit beim Bundesamt für Verkehr in Prüfung», erklärt Mathias Blaser. Das Planungsgenehmigungsverfahren laufe auf Bundesebene und könne soweit nicht beeinflusst werden.

Aabachbrücke wird komplett neu gebaut

Ein Projekt, welches die Gemeinde Seon finanziell nicht tangiert, ist das «K249 Seon AO». Dabei handelt sich um eine Strassensanierung inklusive einem Kleintierdurchgang unter der Strasse und der Bahn. «Das Verfahren ist abgeschlossen und das Projekt baureif», so Mathias Blaser. An den Kosten in der Höhe von 4,1 Millionen Franken muss sich die Gemeinde nicht beteiligen, da das Projekt ausserorts liegt.

Der geplante Baustart ist 2021. Frühestens 2022, spätestens im Jahr 2023 wird die 210 Jahre alte Aabachbrücke zurückgebaut und erneuert. Die Aabachbrücke ist in einem schlechten Zustand und hochwassergefährdet. Nachdem sie in den vergangenen Jahrzehnten einige Male teilsaniert wurde, muss sie jetzt komplett weichen.

Ein zweiter Teil des Projektes befasst sich mit der Sanierung des Strassenbelags der Egliswilerstrasse. Dieser wird vom Dorfeingang beim Hallenbad bis zur Kreuzung Unterdorfstrasse/Aabachstrasse erneuert.
Die Erneuerung der Aabachbrücke und die Sanierung des Strassenbelags kosten insgesamt 7,3 Millionen Franken (3,4 Millionen Franken übernimmt die Gemeinde Seon). Auch für das Projekt Aabachbrücke müssen die Verkehrsteilnehmenden einige Einschränkungen in Kauf nehmen.

Die Egliswilerstrasse wird während fünf Monaten für den motorisierten Verkehr gesperrt sein. Dies entweder von Juli bis November 2022 oder 2023. Die Zeitspanne wird durch die Fischschonzeit bestimmt, die am Aabach eingehalten werden muss. Der Verkehr inklusive der Regionalbusse wird in dieser Zeit über die Reusgasse und die Setalstrasse umgeleitet.

Anzahl an Bauprojekten ist nicht ungewöhnlich

Frühstens in drei Jahren geht es mit dem Projekt «K249 Seon Süd» los. Dabei handelt es sich um die Seetalstrasse ab Kreisel bis Ausgang Seon. «Der Strassenabschnitt ist sanierungsbedürftig», erklärt Mathias Blaser. Man habe das Projekt Seon Nord vorgezogen und gewartet bis dieses rechtskräftig sei. «Zudem gibt es in der Gemeinde noch Entwicklungspotenzial, welches das Bauprojekt beeinflussen kann», so Blaser.

Der Kredit für das Projekt wird voraussichtlich an der Gemeindeversammlung 2021 beschlossen werden. Die Kredithöhe ist noch nicht bekannt, sicher ist nur, dass die Gemeinde Seon 47 Prozent der Kosten übernehmen muss. Noch nicht festgelegt ist der Startschuss für «K246 Seon». Das Projekt soll beim Knotenpunkt Seetalstrasse/Kirchtalstrasse entstehen. «Das Projekt befasst sich mit Querungshilfen für Fahrradfahrer und Fussgänger», so Mathias Blaser.

Sieben kantonale Bauprojekte werden die Gemeinde Seon in den nächsten vier Jahren beschäftigen. Mathias Blaser wundert die Anzahl nicht: «Auch in Schafisheim und Hunzenschwil wurden eben erst grosse Projekte umgesetzt, es ist normal, dass der Strassenbelag nach 30 bis 40 Jahren wieder erneuert werden muss.»

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