Staufen
Hier werden Jugendträume wahr

Der Verein Gartenbahn Staufen machte mit seiner Ausstellung Werbung in eigener Sache.

Peter Weingartner
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Ausstellung 2020 des Vereins Gartenbahn Staufen
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René Kömeter, 73, aus Staufen, ist Mitgründer des Vereins. Er hat Fahrwerk und Antrieb der Draisine «Max & Moritz» gebaut.
Der Rupperswiler Theo Vogt, 62, zeigt in Staufen seine Dampflok 4-6-2 «Pacific» .
Werner Kämpfen zeigt seine Dokumentation

Ausstellung 2020 des Vereins Gartenbahn Staufen

Peter Weingartner

Tausende von Arbeitsstunden, Tonnen von Material, Träume: Was der Verein Gartenbau Staufen am Wochenende im Zopfhuus zeigte, sind Produkte einer Leidenschaft, die sich handfest in verschiedensten Modellen materialisiert. Strassenbahn, Rangiertraktor, Güterwagen, Elektrolok, Viehtransporter, Dampfloks, Sitzwagen für Kinder. Thomas Bauer, 62, aus Inkwil arbeitet seit acht Jahren am Modell einer amerikanischen Dampflok. Als «Bürolist» ist er da gefordert, denn die Adaption der Pläne aus den 1920er-Jahren hat es in sich. In seiner Werkstatt konstruiert es vieles selber. «Eigentlich hätte ich in drei Jahren fertig sein wollen, aber es wird wohl erst in 4,5 Jahren so weit sein», sagt er. Durchhaltewillen ist also gefragt.

Im Verein mit 50 Mitgliedern gibt man Erfahrungen weiter, pflegt einen fachlichen Austausch, aber auch die Geselligkeit. «Manchmal braucht es ernsthafte Gespräche mit den Ehefrauen», meint Theo Vogt, 62, aus Rupperswil, der in der Elektrobranche tätig ist, augenzwinkernd. Frauen können natürlich mitmachen, nicht nur wie die Frau des Vereinspräsidenten. Sie engagiert sich als Gärtnerin beim Bau und Unterhalt der knapp 10000 Quadratmeter grossen Gartenbahnanlage in Staufen.

Fürs Modell in die USA gereist

Dass man nicht vom Metall- und Technikfach herkommen muss, zeigt Werner Kämpfen, der sein Berufsleben als Anästhesist im Kantonsspital Aarau verbracht, sich aber seit 50 Jahren dem Modellbau verschrieben hat. In den Rocky Mountains hat er sein Vorbild vermessen, fotografiert, Konstruktionszeichnungen angefertigt. Motor, Steuerung, Achsen, Motorhaube konnte er kaufen; dennoch dauerte der Bau, mit Hilfe von Vereinskollegen, noch neun Monate. Knochenarbeit, und der stille Stolz ist berechtigt, wenn die Konstrukteure ihre Dokumentationen zeigen.