Seengen
Höherer Gewinn trotz tieferem Steuerertrag

Trotz einem um gut eine halbe Million tieferen Steuerertrag schliesst die Gemeinderechnung besser ab als im Budget vorgesehen.

Fritz Thut
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Seengen, hier die Fassade des Gemeindehauses, weist für 2015 trotz tieferen Steuereinnahmen einen höheren Gewinn aus als budgetiert.

Seengen, hier die Fassade des Gemeindehauses, weist für 2015 trotz tieferen Steuereinnahmen einen höheren Gewinn aus als budgetiert.

Das Jahr 2015 war für die Finanzen der Gemeinde Seengen «ein nicht ganz einfaches Jahr». Gemeindeammann Jörg Bruder, Finanzverwalter Beat Rölli und Steueramtsvorsteher Martin Suter konnten der gestrigen Medienorientierung trotzdem von einem guten Ergebnis berichten.

Obwohl der gesamte Steuerertrag mit 9,4 Millionen Franken um 556 000 Franken oder 5,6 Prozent unter dem Voranschlag blieb, fiel das Gesamtergebnis der Einwohnergemeinde (ohne die Eigenwirtschaftsbetriebe) mit einem Gewinn von 436 000 Franken um 143 000 Franken besser aus, als im Budget vorgesehen. Finanzverwalter Rölli fand einen einfachen Grund für diese doch erstaunliche Konstellation: «Wir haben die Kosten im Griff gehabt.»

Bei den Steuern lagen fast alle Posten unter der Vorgabe. Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern, die mit über 92 Prozent den Löwenanteil dieser Einnahmen ausmachen, blieb Seengen mit 3,7 Prozent oder 334 000 Franken unter dem Voranschlag.

Steueramtsvorsteher Suter hat für einen Teil dieses Einbruchs eine Erklärung: Die Tarifanpassung für den Mittelstand mit der nun wirksam gewordenen kantonalen Steuergesetzrevision hat allein im letzten Jahr für steuerbare Einkommen zwischen 80 000 und 200 000 Franken gegenüber dem Vorjahr Einsparungen zwischen 2,4 und 3,1 Prozent gebracht.

Blick in die Zukunft

Parallel einher mit diesen Reduktionen zeigt die Kurve der Steuerkraft pro Einwohner nach unten; 2015 ist sie von 3059 auf 2985 Franken gesunken. Obwohl Ammann Bruder mit dem Anlocken von weiteren potenten Steuerzahlern diesen Trend brechen möchte, rechnet er mit dem neuen Finanz- und Lastenausgleich mit einer möglichen Steuerfusserhöhung von 3 bis 5 Prozentpunkten.

Gemäss Bruder muss man bei der Verschuldung von 820 Franken pro Kopf bei den Gemeindefinanzen ohne Betriebe berücksichtigen, dass die Infrastruktur des Dorfes weitgehend à jour ist. Trotzdem sind für die nächsten 10 Jahr im Finanzplan Ausgaben von 22,3 Millionen aufgelistet. Der Gemeindeammann vertritt nach wie vor den Grundsatz: «Wir wollen auch in Zukunft nur so viel Steuern einnehmen, wie es tatsächlich braucht.»

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