Lenzburg

Hundert Vögel in Not wieder flügge gemacht – Vogelstation läuft seit Eröffnung auf Hochtouren

Vogelpflegestation Unteres Seetal: Fünf kleine Hausrotschwänze machen Lärm, ein kleiner Hausspatz dafür umso weniger – und eine junge Mönchsgrasmücke wird gefüttert.

Vogelpflegestation Unteres Seetal: Fünf kleine Hausrotschwänze machen Lärm, ein kleiner Hausspatz dafür umso weniger – und eine junge Mönchsgrasmücke wird gefüttert.

Ende Mai eröffnete die Vogelstation Unteres Seetal in Lenzburg. Seitdem haben die rund 15 freiwilligen Helferinnen und Helfer bereits hundert Vögel betreut. Nach der entsprechenden Behandlung werden die oftmals aus dem Nest gefallene Jungtiere wieder ausgewildert.

Leise fiept der junge Vogel in der Plastikbox, der Spatz ist erst wenige Tage alt. «Ich dachte zuerst nicht, dass er überleben würde, aber momentan sieht es gut für ihn aus», erklärt Jacqueline Lehn, Leiterin Pflege der Vogelpflegestation Unteres Seetal. Lehn vermutet, dass der junge Vogel aus dem Nest fiel und sich dabei das grosse Hämatom am Bauch zuzog. In den nächsten vier bis sechs Wochen wird er nun in der Vogelstation aufgepäppelt, bevor es für ihn wieder zurück in die Natur geht. «Die Auswilderung der Tiere ist unsere oberste Priorität», sagt Lehn.

Ende Mai konnte die Vogelpflegestation Unteres Seetal ihren ersten Patienten aufnehmen. Gegründet wurde sie vor allem wegen des fehlenden Angebots in der Region: «Vor ein paar Jahren schloss die Vogelpflegestation in Auenstein, seit da gab es in der Region keine Möglichkeiten mehr, gefundene Wildvögel zur Pflege abzugeben», erklärt Monica Locher, Präsidentin des Vereins der Vogelstation.

Freiwillige Helfer sind immer willkommen

Gepflegt werden die Vögel in der Schlossscheune der Stadt Lenzburg. Im Innern hat das Team einen Holzpavillon aufgebaut, gut ausgerüstet mit allem, was für die Vogelpflege nötig ist. Später soll im Aussenbereich noch eine mobile Voliere folgen. Die Vogelpflegestation arbeitet auf freiwilliger Basis und ist spendenfinanziert.

Ein gutes Team für die Vogelbetreuung: (von links) Monica Locher, Jacqueline Lehn, Ruth Frey und Christian Frey.

Ein gutes Team für die Vogelbetreuung: (von links) Monica Locher, Jacqueline Lehn, Ruth Frey und Christian Frey.

Unterstützt wird sie unter anderem von der Vogelwarte Sempach, BirdLife Aargau sowie von diversen Natur- und Vogelschutzvereinen und Privatpersonen. Neben Jacqueline Lehn, Brigitte Urech sowie Sarah und Monica Locher arbeiten derzeit auch 15 freiwillige Helferinnen und Helfer in der Station, welche mit viel Engagement ihr Wissen einbringen und helfen, die gesetzten Ziele zu erreichen. «Wir waren positiv überrascht, wie viele Personen sich gemeldet haben», so Locher.

Rund ein Drittel der Helfer hat einen ornithologischen Hintergrund. Nötig sei dies jedoch nicht: « Jeder kann sich als Helfer melden, die Freiwilligen werden dann vor Ort von uns ausgebildet.» Ausserdem werden die Helferinnen ermutigt, von den Kursangeboten der Vogelwarte Sempach Gebrauch zu machen, die eigens für die Vogelpflegestationen der gesamten Schweiz organisiert werden.

Vogelstation ist nicht immer besetzt

Von Anfang an dabei sind Ruth und Christian Frey aus Meisterschwanden. «Wir haben im vergangenen Jahr den Ornithologie-Grundkurs gemacht und freuen uns, dass wir die Vögel jetzt aus der Nähe sehen können», sagt Christian Frey. «Ausserdem freuen wir uns, wenn wir den Kleinen etwas Gutes tun können», ergänzt Ruth Frey, während sie mit der Pinzette einen Jungvogel füttert.

Der junge Vogel wird zurzeit noch von  Hand gefüttert.

Der junge Vogel wird zurzeit noch von Hand gefüttert.

Die Vogelstation ist nicht zu jeder Tageszeit besetzt: «Das wäre gar nicht möglich, da bei uns alles auf freiwilliger Basis geleistet wird», sagt Locher. Wer einen Vogel findet, kann die Nummer der Vogelstation wählen und wird dann beraten. «Das Tier muss nicht in jedem Fall zu uns gebracht werden. Je nach Fall besprechen wir mit den Findern, was die beste Lösung für das Tier ist.»

Oft können die Jungvögel gruppenweise wieder ausgewildert werden. Die Vogelgemeinschaften aus der Pflegestation werden dann zu einer neuen Familie.

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