Kampfhunde

Hundezüchterin aus Leutwil muss vor Gericht – ihre Hunde griffen Tier und Mensch an

Leutwiler Züchterin wegen mehreren Hundebiss-Attacken vor Gericht

Leutwiler Züchterin wegen mehreren Hundebiss-Attacken vor Gericht

Offenbar haben ihre Hunde immer wieder bei Mensch und Tier zugebissen. Nun muss sich die Züchterin Daniela K. vor Gericht verantworten. Bei den betroffenen Hundebesitzern sorgt der Gerichtsprozess für gemischte Gefühle.

Die Liste der Vergehen ist lang: Nach rund einem Dutzend Hundeattacken steht Daniela K. am kommenden Mittwoch vor Gericht. Vorgeworfen werden ihr Körperverletzung und Sachbeschädigung. Ihre Hundezucht ist den anderen Tierbesitzern im Dorf ein Dorn im Auge.

Besonders betroffen äussert sich Heinz Bohler. Noch heute hat er ein mulmiges Gefühl, wenn er mit seinem Chihuahua-Hund Leroy durch das Dorf spaziert. Dieser wurde vor zwei Jahren durch eine Bulldogge stark verletzt. Der Hundehalter hofft als direkt Betroffener nun auf ein Gerichtsurteil, das die Besitzerin zum Umdenken zwingt.

Kurz nach der Attacke zeigte sich die Hundehalterin gegenüber Tele M1 nämlich wenig einsichtig. «Der Chihuahua stürzte mit seiner Auszugsleine auf meine beiden Boxer zu. Er hat stark gebellt und gekläfft», sagte sie. Das Verhalten des kleinen Hundes habe dazu geführt, dass er sich mit seiner Leine um ihr Bein wickelte. «Daraufhin fiel ich um. Weil wir alle auf einem Haufen lagen, kam es zu den Verletzungen», so Daniela K.

Dunkelviolette Flecken zieren die Beine der betroffenen Frau

Immer weiter häuften sich aber die Vorwürfe gegen sie und ihre Hunde. 2019 sollen die Tiere gar eine Frau gebissen haben. Dunkelviolette Flecken zieren die Beine der betroffenen Frau, die als Tierpflegerin im Zuchtbetrieb schnuppern durfte. Nach der Attacke nahm das Veterinäramt Daniela K. einen Boxer und eine Bulldogge weg.

Die Massnahmen des Veterinäramtes begrüsst Irene Rieder. Auch ihr Hund wurde einst von den Tieren von Daniele K. angefallen. «Ich bin einfach sehr glücklich, dass ich wieder ohne Angst im Wald spazieren gehen kann. Seit ihre beiden Hunde wegkamen, verhält sie sich vorsichtiger», so Rieder. Wie Bohler wünscht sich Rieder, dass die Hundezüchterin ihren Beruf nicht mehr länger ausüben darf.

Die Anklage fordert derweil eine Busse von 3000 Franken und eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen. Damit ist Bohler aber nicht einverstanden. «Nehmen wir mal an, es hätte ein Kind getroffen. Wäre das dann angemessen?», fragt er. «Als die Kampfhunde früher immer wieder Kinder anfielen, hat man rigorose Forderungen gestellt, damit solche Vorfälle nicht mehr geschehen.» 

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