Nationalratswahlen

«Ich habe sogar zwei Chancen» – das ehrgeizige Unterfangen der Sabine Sutter-Suter

Fürs Foto wählt Sabine Sutter-Suter ein Spielzimmer im Familienzentrum in Lenzburg.

Weshalb die CVP-Frau aus Lenzburg dem Wahltag optimistisch entgegenblickt, und wofür sie sich als Nationalrätin starkmachen will.

Fürs Gespräch hat Nationalratskandidatin Sabine Sutter-Suter das Familienzentrum in Lenzburg ausgewählt. Das kommt nicht von ungefähr. «Das Haus ist ein ganz besonderer Ort für mich.

Es ist aus dem Nichts heraus entstanden», sagt sie und schmunzelt. Unter Sutter-Suters Federführung wurde das Haus mit vielfältigen Angeboten für Familien und Kinder vor zehn Jahren realisiert. Seit Beginn präsidiert sie den Trägerverein «familie plus».

Heute gehen bei «familie plus» am Walkeweg in Lenzburg jede Woche rund 400 Menschen ein und aus. «Ich habe eine Riesenfreude am Familienzentrum. Es ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte und ein wichtiger Schritt in der Familienpolitik der Stadt Lenzburg», sagt die 55-Jährige und lächelt den Kindern zu, die an diesem Morgen mit der Spielgruppe einige Räume im Haus besetzen.

Finanzen, Frauen und Familie

Sabine Sutter-Suter möchte für die CVP nach Bern. Zu ihren Kernthemen gehören Finanz-, Sozial- und Bildungspolitik. In ihrem offiziellen Wahlvideo, das in den sozialen Medien gepostet wurde, wirbt sie mit dem Slogan «Mein Name Sabine Sutter-Suter mit drei ‹S› steht für eine Politik mit drei ‹F›.»

Die drei «F» präzisiert sie so: «Als Wirtschaftsinformatikerin und Unternehmerin setze ich mich für geregelte Finanzen und eine funktionierende Wirtschaft ein. Die Menschen sollen keine Angst haben vor der zunehmenden Digitalisierung, sondern diese als Chance sehen. Die Politik muss die Rahmenbedingungen für eine adäquate Ausbildung schaffen.»

Ein weiteres «F» steht für Frauen. «Die Pensionskasse für Teilzeitmitarbeitende, oft sind dies Frauen, muss unbedingt verbessert werden. Der Koordinationsabzug ist zu streichen», fordert sie. Als Nationalrätin will sie sich zudem dafür einsetzen, dass das heutige Rentensystem nicht kollabiert. Das dritte «F» steht für Familie. «Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein», sagt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern.

Die Themen, mit welchen Sabine Sutter-Suter nun für das nationale Mandat ihren Wahlkampf betreibt, beschäftigten sie bereits in den neun Jahren als Lenzburger Einwohnerrätin von 2008 bis 2016.

2012 hat die CVP zusammen mit SP, GLP, EVP und Grünen die Verbesserung der ausserschulischen Betreuung in Lenzburg angestossen und dafür gesorgt, dass Primarschülerinnen und -schüler zu Randstunden betreut werden.

Sparen ist nicht einfach weniger Geld ausgeben

Das kommunalpolitische Mandat hat Sabine Sutter-Suter mit der Wahl in den Grossen Rat Ende 2016 abgegeben. Dort führt sie die politische Arbeit mit der gleichen Intensität weiter und hat das kurz nach der Wahl gemachte Versprechen eingelöst.

«Ich werde mich in ‹Aarau› engagieren.» Geholfen habe ihr, dass ihr als Newcomerin das Vizepräsidium der Kommission Aufgabenplanung und Finanzen anvertraut wurde, sagt sie. So sei sie sofort mitten im Rat und den Ratsgeschäften angekommen.

Bisher ist sie an 13 persönlichen Vorstössen und 33 Fraktionsvorstössen mitbeteiligt. Davon hebt sie einen ganz besonders hervor: die Finanzierung des gestalterischen Vorkurses. «Das ist ein Qualitätsabbau zulasten der kreativen Berufe», ärgert sie sich. Das Problem sei mit der Anpassung des Anforderungsprofils auf Bundesebene für diese Berufsbilder zu lösen.

Die Politikerin moniert, dass unter Sparen oftmals einzig das Ansetzen des Rotstifts verstanden werde. «Sorgfältig mit Geld umgehen, heisst nicht einfach weniger Geld ausgeben.» Hingegen sei es wichtig, an den richtigen Orten anzusetzen. «Manchmal muss man investieren, um letztendlich sparen zu können», ist sie überzeugt.

Hinter Humbel und Binder auf Listenplatz drei

Sutter-Suter präsidiert die CVP-Frauen Aargau, vertritt diese im Vorstand der CVP-Frauen Schweiz und ist in der Parteileitung des Bezirks Lenzburg. Von Platz drei auf der CVP-Liste «Miteinander. Für den Aargau» peilt sie am 20. Oktober das Ziel Bundesbern an. Ein ehrgeiziges Unterfangen der Lenzburgerin.

Dazu müsste die CVP nämlich einen zweiten Sitz holen und Marianne Binder in den Ständerat gewählt werden. Mit der Kantonalpräsidentin und Grossrätin Marianne Binder (kandidiert zusätzlich für den Ständerat) und der Bisherigen Ruth Humbel belegen zwei bekannte Namen die Listenspitzenplätze.

Zu ihren Wahlchancen sagt Sutter-Suter: «Sie sind absolut intakt, ich habe sogar zwei Chancen: Vielleicht reicht es direkt, vielleicht kann ich nach einigen Jahren nachrücken.»

Politik und Beruf füllen die Agenda der selbstständigen Unternehmerin fast ganz aus. Zu den in der Öffentlichkeit bekannten Mandaten gehört das Präsidium der Stiftung Orte zum Leben, Lenzburg und Oberentfelden. Mit dem Kauf der Garage Sollberger, Oberentfelden, macht die Stiftung aktuell einen Wachstumssprung (AZ 7. 6.).

Die übrige Zeit gehören Familie und Hobbys. Gerne schnürt Sabine Sutter-Suter in den Ferien die Wanderschuhe und schnallt im Winter die Ski an. An einem Freizeittermin hält sie eisern fest: Jeden Freitag schwebt sie mit ihrem Mann Peter übers Tanzparkett. Dort haben sie sich einst kennen gelernt. Seit 31 Jahren tanzen die beiden nun gemeinsam durchs Leben.

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