Wildegg

Im neuen Vintage-Café fühlt es sich fast an wie daheim in der guten Stube

In ihrem Vintage-Café Werkstrasse 1 in Wildegg zelebrieren Susanna und Fredy Suter Genuss und Nostalgie.

Susanna und Fredy Suter sind leidenschaftliche Sammler von Vintage-Schätzen. Seit über dreissig Jahren durchforsten sie fast jeden Flohmarkt in der Schweiz und im nahen Ausland. «Alles wertige Dinge, die uns gut gefallen und von denen wir uns eigentlich gar nie trennen wollten», sagt Susanna Suter. Doch mit den Jahren wurde es eng im Eigenheim. Eine Lösung musste her.

Susanna und Fredy Suter sind auch Genussmenschen. Sie lieben aromatischen Kaffee, selbst gebackenen Kuchen, ein Glas Wein, eine Zigarre. Und Begegnungen mit Menschen. Weshalb also nicht das eine tun und das andere nicht lassen? Das Ehepaar Suter hat kürzlich an der Hauptstrasse in Wildegg die Werkstrasse 1 eröffnet. Hinter diesem anonymen Namen, der gleichzeitig die Adresse ist, versteckt sich eine kleine, aber feine Oase für Geniesser und Liebhaber von allerlei gebrauchten Gegenständen.

Das Café ist ihr zweites Wohnzimmer

Vor dem Haus rast der Durchgangsverkehr vorbei. Unübersehbar lädt da ein alter grosser Reisekoffer zur Rast. Auf dem Deckel ist in grossen weissen Pinselstrichen «Kaffee + Kuchen, Wein + Prosecco» aufgemalt. Das kleine, feine kulinarische Angebot gab der Werkstrasse 1 den Namenszusatz Vintage-Café. Und gleichzeitig ist es ein Hinweis auf die Sammelleidenschaft, die das Ehepaar hier mit seinen Gästen teilen will.

Das Café sei ein wenig ihr zweites Wohnzimmer, sagen Suters. Es ist ausgestattet mit Möbelstücken, die das Paar im Verlaufe der Jahre an Flohmärkten erstanden hat. Nebst vielem andern. Die heimelige Einrichtung verströmt pure Nostalgie. Sechs kleine Tische stehen im Raum, keiner so wie der andere. Der Sessel aus der Biedermeierzeit steht neben dem rot bemalten Vintage-Stuhl aus den 50er-Jahren. Daneben eine riesige Wohnwand. Sie erinnert an die eigene Kindheit.

In den Regalen stehen Bücher, Fotos und herzige Nippes, mit denen derartige Möbel bestückt werden. Auch auf den Tischen hat es hübsch präsentierte Schätze, die Suters von den zahlreichen Flohmarkttouren mitgebracht haben. «Alles, was mit einem Preisschild versehen ist, kann man kaufen», erklären sie. Womit sie nicht gerechnet hatten.

«Der erste Kunde hat uns fast alle Stühle im Café aufgekauft», sagt Susanna Suter und lacht. Deshalb sei man bei den Möbeln mit dem Verkauf etwas zurückhaltender geworden. Im Raum nicht zu übersehen ist die Wurlitzer-Jukebox. «Sie funktioniert einwandfrei», sagt Susanna Suter stolz.

«Ich schraube lieber»

Fredy Suter macht klar: «Das Kafi ist Susannas Traum, ich lebe ihn mit.» Und lachend ergänzt er: «Ich schraube lieber.» Der 62-jährige Unternehmer, der mit seinen Geschwistern in Schinznach-Bad einen Metallbaubetrieb führt, ist für alles Handwerkliche zuständig. Auch den Umbau der beiden Liegenschaften hat er in letzten zwei Jahren grossenteils selber gemacht.

Noch während er am ersten Haus werkelte, stand nämlich das Nachbarhaus zum Verkauf. Suters haben nicht lange gezögert, verfügt dieses doch über einen stattlichen Garten. Hier ist ein lauschiges Gartencafé entstanden, natürlich ausgestattet mit Stücken aus der Brockenstube. Wer im Garten ein Glas Prosecco geniessen und die Tischdekorationen bewundern möchte, muss das Getränk im Café selber holen.

Das Ehepaar Suter betont immer wieder, keine Gastronomen zu sein, Gastgeber hingegen schon. «Wir haben uns hier eine Oase geschaffen, die wir gerne mit andern Menschen teilen möchten.» Das Vintage-­Café ist jeweils am Donnerstagnachmittag sowie am Freitag und Samstag geöffnet.

Aargauer Gastro-News 2020

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