Niederlenz

In dieser Aldi-Filiale sind die Lehrlinge die Chefs – sie haben Ambitionen

In der Aldi-Fililale in Niederlenz haben die Lernenden für eine Woche die Führung übernommen. Sie erzählen, was Spass macht, was weniger – und wie sie ihre Zukunft sehen.

«Ich übernehme Verantwortung», steht auf den T-Shirts von Artan Hakiki (20), Liza Gjoka (18) und Lorina Cerutti (19). Sie sind Lernende bei Aldi Suisse. Der Spruch auf den Uniformen dient nicht nur der Motivation, er ist Programm: Diese Woche wird die Aldi-Filiale Niederlenz von zwölf Lernenden geleitet. Abwechslungsweise sind sie Filialleiter oder Filialleiterin. Artan Hakiki war schon dran. Souverän zählt er die anfallenden Arbeiten auf: «In regelmässigen Abständen kontrollieren, ob Obst und Gemüse sowie das Brot aufgefüllt sind.» Andere Produkte müssen gewälzt werden, wie es im Fachjargon heisst. «Die neu angelieferte Ware wird hinten angeordnet, während die bereits vorhandenen Produkte nach vorne rücken.» Im Laden zeigt Hakiki, dass er als Filialleiter Dinge sieht, die dem Kunden entgehen: «Nur weil es so aussieht, als ob von einem bestimmten Produkt genügend Vorräte da wären, heisst dies nicht unbedingt, dass wir nicht schon nachbestellen müssen – manche Artikel sind viel schneller vergriffen als andere.»

Büroarbeit gehört auch dazu

Doch der Filialleiter hat auch hinter den Kulissen zu tun. «Ich mag die Büroarbeiten», sagt Artan Hakiki. Er muss unter anderem die Bestellungen für den nächsten Tag machen. «Die sind von vielen Faktoren abhängig, zum Beispiel vom Wetter», sagt er. Hakiki und seine Kolleginnen sind während ihrer Lehrzeit gut auf die Verantwortungswoche vorbereitet worden. Die einzelnen Aufgaben haben sie alle schon geübt. «Ich weiss noch, wie nervös ich war, als ich zum ersten Mal die Kasse machen und den Tresor bedienen musste», erinnert sich Artan Hakiki. In dieser Woche müssen die Jugendlichen zum ersten Mal alle Arbeiten ausführen.

Alle drei sind sich einig, was sie bei ihrer Arbeit im Aldi am liebsten mögen: «Den Kontakt zu den Kunden», sagt Liza Gjoka und lacht, als sie sagt: «Ich rede gern viel.» Einen Tag lang Filialleiterin zu sein hat ihr Spass gemacht, besonders im Büro hat sie viele neue Sachen gelernt: «Zum Beispiel die Abrechnungen zu machen und den Sortimentsplan zu führen.» Es gibt auch Kunden, die gern viel reden. Hakiki nimmt sich in seiner Heimfiliale regelmässig Zeit, um mit Stammkunden zu plaudern.

Filialleiter, Freunde, Feierabend

Die Woche ist für die Lernenden ein Highlight, auf das sie in verschiedenen Kursen während ihrer Lehrzeit vorbereitet werden. Dementsprechend kennen sie sich auch schon und sind Freunde geworden. Sie sind während der ganzen Woche in einem Hotel in der Region einquartiert. Das stärkt den Teamgeist und sorgt auch für ausgeschlafene Filialleiter – schliesslich beginnt die Frühschicht schon um 6 Uhr. Nach der Arbeit haben die Lernenden so noch Zeit, gemeinsam den Feierabend zu geniessen.

Die Jugendlichen haben in dieser Woche gemerkt, dass neben organisatorischem Geschick auch Zwischenmenschliches zum Führen dazugehört. «An Kollegen Aufgaben zu verteilen, ist nicht ganz einfach», sagt Lorina Cerutti. «Besonders, wenn man weiss, dass sie die Aufgabe nicht mögen.» Das Leiten der Filiale geschieht nicht zum Spass oder bloss als notwendiger Teil der Ausbildung. Alle drei möchten einmal die Leitung einer Filiale übernehmen. Das ist auch von Aldi so vorgesehen. Nach der Lehre werden geeignete Kandidaten oft zum stellvertretenden Filialleiter befördert.

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