Lenzburg

In Dintikon wird das Bauen schwieriger

Dintikon - Ortstafel bei Dorfeinfahrt Gemeinde Dintikon

Gemeinde Dintikon

Dintikon - Ortstafel bei Dorfeinfahrt Gemeinde Dintikon

Zum Schutz des Dorfkerns gibt es jetzt schärfere Auflagen, auf Wunsch der Bevölkerung.

Dintikons Bevölkerung verlangt einen sorgsamen Umgang mit der historischen Bausubstanz. Insbesondere im Kern soll das Dorfbild den bisherigen ländlichen Charakter der Gemeinde im Grundsatz bewahren. In der Bevölkerung machten sich im letzten Jahr Befürchtungen gegen diese Eigenschaften breit; bei der Auflage der ersten Fassung der revidierten Bau- und Nutzungsordnung (BNO) wurden entsprechende Bedenken geäussert.

Doch, wie das Ziel erreicht werden sollte, daran schieden sich die Geister: Von Ortsbildschutz war ebenso die Rede wie auch von Volumenschutz älterer Bauten. Gemeinderat und Kommission zur BNO-Revision führten daraufhin einen Anlass zum Dorfbild- und Objektschutz durch, der auf reges Interesse stiess.

Nun verschärft Dintikon die Gangart, wenn es um Bauvorhaben in der Dorfzone geht. Das ist das Resultat des Workshops, in welchem die Bevölkerung beziehungsweise die Teilnehmer selber strengere Auflagen vorschlugen. Die Kommission erachtet es jedoch nicht als zielführend, den Objektschutz über die primäre Unterschutzstellung von Objekten zu regeln, hiess es auf Anfrage. Die künftige Gestaltungsentwicklung soll nun so geregelt werden: Wer in der Dorf-/Kernzone inskünftig bauliche Veränderungen plant, muss damit rechnen, dass der Gemeinderat die Empfehlung herausgibt, für das Bauvorhaben einen externen Fachspezialisten beizuziehen. Die Kosten für die Erstberatung übernimmt dabei die Gemeinde. Diese im Workshop erarbeitete Lösung ist in die überarbeitete BNO-Revision eingeflossen. Sie liegt noch bis zum 25. Mai auf der Kanzlei auf, zusammen mit dem Bauzonenplan und Kulturlandplan.

Der Gemeinderat respektiere den «breiten Willen zum Schutz des Dorfkerns», sagt Gemeindeammann Ruedi Würgler auf Anfrage. Gleichzeitig lässt er durchblicken, dass Dintikon sich Zeitgeist und veränderten Bedürfnissen nicht verschliessen werde.

In den letzten zwanzig Jahren ist Dintikon um gut 70 Prozent gewachsen. Ende 2019 wohnten 2254 Personen im Dorf am westlichen Rand des unteren Bünztals. Um die gesetzlich verlangte Siedlungsentwicklung nach innen zu ermöglichen, sieht die künftige BNO in fast allen Bauzonen eine leichte Erhöhung der Ausnützungsziffer vor (die AZ berichtete). (str)

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