Hilfspakete

In Lenzburg greift noch niemand nach den Coronakrediten

Bis zu einer halben Million Franken stellt Lenzburg den KMU als Kredit zur Verfügung.

Bis zu einer halben Million Franken stellt Lenzburg den KMU als Kredit zur Verfügung.

Verschiedene Aargauer Städte haben in den vergangenen Wochen Hilfspakete geschnürt, um die Folgen der Coronakrise abzufedern. Eine halbe Million Franken hat die Stadt Lenzburg als Liquiditätsspritze für die KMU bereitgestellt.

Der Stadtrat Lenzburg hat im April diverse Massnahmen beschlossen, um dem Kleingewerbe unter die Arme zu greifen, und in der Hoffnung, den Konsum wieder anzukurbeln. Der Stadtrat sprach Überbrückungskredite zur Entschärfung allfälliger finanzieller Engpässe von lokalen Kleinunternehmen, insbesondere von Läden und Unternehmen in der Altstadt.

Zudem sponsert die Stadt bis auf weiteres Gratisparkjetons beim Kauf von Lenzburger Einkaufsgutscheinen. Nach der Lockerung des Lockdowns für Restaurants von Seiten des Bundes, beschloss der Stadtrat zudem, auf die Gebühren für die Nutzung des öffentlichen Raumes in diesem Jahr zu verzichten und, wo möglich, weitere Fläche zur Verfügung zu stellen. Läden sollen ihre Aussenauslage erweitern und Restaurants zusätzliche Stühle und Tische aufstellen können. Betriebe wie «Rosmarin», «s’Bärli», Mike’s Wineloft und «Mabelle» in der Innenstadt haben davon bereits profitiert.

Im Quartier im Lenz hat die Brasserie Barracuda einige Tische auf den Markus-Roth-Platz gestellt. «Nach der relativ überraschenden Ankündigung des Bundes, dass die Restaurants bereits ab 11.Mai wieder eröffnen dürfen, hat der Stadtrat rasch und unbürokratisch entschieden, damit die Laden- und Restaurantbetreiber diese Massnahmen in ihre unternehmerischen Überlegungen zur Wiedereröffnung ihrer Betriebe einbeziehen konnten», sagt Stadtschreiber Christoph Hofstetter. Der Beschluss des Stadtrats vom 6.Mai wird die städtische Kasse 2020 ausserordentlich mit rund 13'000 Franken belasten.

Bisher «kein beschlussreifes Gesuch»

Den grössten Brocken der städtischen Finanzspritze machen die angekündigten Kredite aus. Total bis zu einer halben Million Franken stellt Lenzburg den KMU als zinslose Darlehen auf eine bestimmte Zeit zur Verfügung. Die Kredite sind an Auflagen gebunden und der Betrag hängt von der Höhe des erlassenen Miet- oder Pachtzinses ab.

Seit der Gewerbeverein Lenzburg und Umgebung das Angebot der Stadt Lenzburg den KMU unterbreitet hat, sind fast drei Wochen vergangen. Bisher liege bei der Stadt «kein beschlussreifes Gesuch» vor, erklärt Hofstetter. Dabei zeigt er sich nicht sonderlich überrascht, dass noch kein Run auf die Gelder stattgefunden hat. «Da zuerst der Mieter mit dem Vermieter die Höhe des Mieterlasses klären muss, ging die Stadt eher davon aus, dass die Gesuche nicht umgehend bei der Stadt eintreffen werden. Solche Verhandlungen brauchen erfahrungsgemäss Zeit», sagt Hofstetter. Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass die Unternehmer in den letzten Tagen wohl eher mit der Wiedereröffnung und den damit einhergehenden Schutzkonzepten beschäftigt gewesen seien als mit allfälligen Gesuchen an die Stadt. Nachdem die KMU ihre Betriebe nun wieder hochgefahren haben, erwartet man bei der Stadtverwaltung, dass in den kommenden Wochen erste Gesuche eingehen dürften. (str)

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