Regionale Technische Betriebe

In Möriken-Wildegg und Niederlenz wacht neue Christian Leutwyler über das Wasser

Walter Eichenberger und Nachfolger Christian Leutwyler.

Walter Eichenberger und Nachfolger Christian Leutwyler.

Der 41-Jährige übernimmt das Amt des Brunnenmeisters der Regionalen Technischen Betriebe (RTB) von Walter Eichenberger.

Chlorothalonil. Der Name sorgte in den vergangenen Monaten für einige Aufregung im Aargau. Das Fungizid Chlorothalonil ist Bestandteil eines Pflanzenschutzmittels, das auch auf den hiesigen Landwirtschaftsflächen eingesetzt wird, und gilt nach neuer Forschung als potenziell krebserregend. Die aufgrund der Forschungsergebnisse festgelegten Grenzwerte, so haben Messungen ergeben, werden in einigen Gemeinden des Kantons überschritten.

Ein Adressat von besorgten Nachfragen zur Qualität des Trinkwassers war auch Walter Eichenberger. Der Brunnenmeister bei den RTB sagt: «Die Wasserqualität ist ein Thema, das die Menschen sehr interessiert. Es ist deshalb auch verständlich, dass sie auf Medienmitteilungen zu krebserregenden Stoffen im Wasser sensibel reagieren.»

Für Möriken-Wildegg und Niederlenz, die Verbandsgemeinden der RTB, kann der scheidende Brunnenmeister Walter Eichenberger bezüglich des Chlorothalonils Entwarnung geben. «Der festgelegte Grenzwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter Trinkwasser wird mit 0.028 respektive 0.04 Mikrogramm deutlich unterschritten. Das hat eine Überprüfung durch das kantonale Amt für Verbraucherschutz ergeben.»

Debatten zum Trinkwasser dauern an

Als aussergewöhnliches Ereignis betrachtet Eichenberger die aktuelle Besorgnis und Diskussion um das Trinkwasser nicht. «Solche Gefahrendebatten wurden schon immer geführt, in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zum Beispiel zu FCKW, Hormonen, Nitrat oder Gülle im Grundwasser. Die Debatten werden auch nie aufhören. Allein schon deshalb nicht, weil die Messungen immer präziser und die identifizierbaren und gemessenen Stoffe zahlreicher werden.»

Seit 31 Jahren amtet und waltet Walter Eichenberger als Brunnenmeister, seit 2002 ist er bei den RTB für die Wasserversorgung zuständig. Zu den Hauptaufgaben des gelernten Maschinenmechanikers gehören die Sicherstellung der Versorgungssicherheit, die Überprüfung der Trinkwasserqualität, der Anlagenunterhalt und natürlich, wie bereits erwähnt, die Kundenberatung und –betreuung.

«Unser Anspruch und unser Ziel ist es immer, sauber und auf ehrlicher Basis zu informieren», sagt er.
Noch grössere Verbreitung verdient laut Walter Eichenberger die Information, dass das Trinkwasser der RTB unbehandelt ins Leitungsnetz geführt wird. «Es handelt sich um reines Grundwasser und kann so, wie es aus dem Boden gepumpt wird, getrunken werden.»

Auf Ende dieses Jahres nun geht Eichenberger mit 63 Jahren in Pension. Sein Nachfolger bei den RTB ist Christian Leutwyler. Der gelernte Zimmermann hat vor drei Jahren die eidgenössische Fachprüfung zum Brunnenmeister absolviert und war bis Ende 2018 in dieser Funktion in Unterkulm tätig.

Suche nach dem Leck ist manchmal Detektiv-Job

In diesem Jahr haben Leutwyler und Eichenberger gemeinsam neben den Verbandsgemeinden auch die Wasserversorgungen von Hunzenschwil und Schloss Wildegg betreut. Vom grossen Erfahrungsschatz von Walter Eichenberger habe er viel profitieren können, meint Christian Leutwyler, der in Unterkulm wohnt.

Der 41-Jährige sagt, der Dienst eines Brunnenmeisters gestalte sich mitunter wie die Arbeit eines Detektivs. «Eine Morgenroutine im Büro ist die Kontrolle der Leitungssysteme. Ist es zwischen zwei und vier Uhr nachts zu ungewöhnlichen und anhaltenden Ausschlägen im Wasserverbrauch gekommen, deutet dies auf ein Leck hin. Wir machen uns dann auf die Suche nach diesem Leck.»

Das Thema Wasser wird Walter Eichenberger derweil auch nach der Pensionierung nicht loslassen. «Wasser ist das wichtigste Lebensmittel und ein faszinierendes Element. Ausserdem habe ich einen Koiteich zuhause», sagt er lachend und fügt hinzu: «Den Beruf des Brunnenmeisters führt man mit Leib und Seele aus. Man ist praktisch jede Nacht bereit, wegen eines Zwischenfalls oder Unglücks aus dem Bett zu steigen. Ich würde mich nicht frühpensionieren lassen, wenn ich nicht wüsste, dass mit Christian Leutwyler ein hervorragender Nachfolger da ist.»

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