Ein Nein gibt es nicht. Ammerswil wird in den sauren Apfel beissen und an der Einwohnergemeindeversammlung am 9. Juni dem Zusatzkredit von 400'000 Franken für die Kanalisationsleitung an der Zihlrainstrasse zustimmen müssen.

Die vor drei Jahren bewilligten 1,6 Millionen Franken für den Ersatz von Netzwasser und Kanalisation reichen nicht. Gemeindeammann Hanspeter Gehrig rechnet damit, dass dieses Traktandum vor der Abstimmung noch einige Fragen aufwerfen wird. «Die Situation ist unschön, aber sie war für den Gemeinderat so nicht absehbar», erklärt er.

Was hat zu diesen happigen Mehrkosten geführt? Das Abwasser wird von beiden Seiten des Dorfes, also vom Restaurant Rütli und vom Gemeindehaus her, in eine neue Kanalisationsleitung in der Zihlrainstrasse geleitet. Bei deren Planung war dem damaligen Ingenieurbüro ein fataler Irrtum unterlaufen.

So blieb nämlich unbemerkt, dass die neue Leitung in der vorgesehenen, herkömmlichen Bauart in Konflikt mit dem Grundwasser gerät und deshalb in dieser Form gar nicht realisiert werden kann. Deshalb muss für das 95 Meter lange Teilstück von der Hauptstrasse bis ins Moos das viel teurere Microtunneling-Verfahren, eine grabenlose Bauweise, angewendet werden.

Wenn man von Anfang an mit diesem Verfahren gerechnet hätte, wären die Kosten nicht tiefer gewesen. Der Zusatzkredit wird die Gemeindekasse nicht belasten, sondern aus der Abwasserkasse getilgt werden. Dort ist im Moment noch genug Geld vorhanden. Doch wird sie laut Gemeindeammann Gehrig mit dieser Belastung arg dezimiert.

Mehr Geld für Gemeinderat

Nebst den üblichen Traktanden will der Gemeinderat über seine Besoldung abstimmen lassen. Zum letzten Mal war diese Anfang vorletzter Amtsperiode (2010/13) angepasst worden. Dabei soll vor allem das Amt des Gemeindeammanns besser honoriert werden. Die jährliche Entschädigung von 15'000 Franken liegt um 3000 Franken höher als bisher.

Die Beiträge an Vizeammann und Gemeinderäte sollen um 500 Franken auf 9000 Franken bzw. 8000 Franken jährlich angepasst werden. Gemeindeammann Hanspeter Gehrig, der nicht zur Wiederwahl antritt, sagt dazu: «Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass die Arbeiten nicht marktkonform entlöhnt werden können.»

Trotzdem müsse man sich bewusst sein, dass die zeitliche Aufwendung für das Amt von Jahr zu Jahr steige. «Immer öfters gibt es Termine während der Arbeitszeit und oftmals ist die Anwesenheit des Ammanns halt einfach erforderlich, wenn es um Finanzielles oder Rechtliches geht», begründet Hanspeter Gehrig den Antrag. Der Ammann hat in seiner Agenda geblättert und herausgefunden, dass «ich im letzten Jahr rund 600 Stunden für die Gemeinde aufgewendet habe».