Der Kanton Bern hat es eingeführt, Basel-Stadt ebenso: An Grossanlässen wird Mehrweggeschirr eingesetzt. Auch im Aargau findet ein Umstieg auf Mehrwegbehältnisse statt: So hat Aarau am Eidgenössischen Turnfest erste positive Erfahrungen mit dem Mehrwegsystem gemacht. Ebenso zufrieden gibt man sich in Zofingen nach dem Kinderfest. An diesem wurden erstmals Mehrwegbecher eingesetzt. Und auch Brugg setzt am kommenden Stadtfest auf eine nachhaltige Geschirr-Lösung.

Nun will auch die Stadt Lenzburg auf ökologisch bessere Gebinde setzen bei Grossveranstaltungen, vorerst beschränkt auf Trinkbecher. Am Zapfenstreich im nächsten Jahr soll ein Testlauf mit Mehrwegbechern durchgeführt werden. Benötigt werden rund 30'000 Trinkbecher. Die genaue Zahl werde sich aus der Erhebung ergeben, welche am diesjährigen Event gemacht wurde, erklärt Beatrice Taubert, die in der Stadtverwaltung für das Energiestadt-Label zuständig ist.

Verschiedene Lösungen werden geprüft

Das Thema «Mehrweggeschirr an öffentlichen Grossveranstaltungen» ist im Frühling aktuell geworden. Mit einem Vorstoss im Einwohnerrat hat die Grünliberale Partei politischen Druck ausgelöst. In ihrer Anfrage an den Stadtrat ging es darum, bei öffentlichen Anlässen ab 500 Personen die Verwendung von Mehrweggeschirr den Barbetreibern allenfalls bereits mit der Erteilung einer Betriebsbewilligung aufzuerlegen. In seiner Antwort hielt der Stadtrat Ende Juni fest, man sei sich der Problematik bewusst und sei daran, Konzepte mit Mehrwegbechern für öffentliche Grossanlässe zu vergleichen. «Als Energiestadt ist Lenzburg sehr interessiert, eine Lösung mit Mehrwegbechern anzustreben.»

In der Zwischenzeit sei man nicht untätig geblieben, erklärt Beatrice Taubert. «Wir haben bereits verschiedene Systeme geprüft: Es besteht die Möglichkeit, dass die Stadt Lenzburg einen eigenen Stock Mehrwegbecher anschafft und diese an den Events jeweils zur Verfügung stellt.»

Eine andere Variante wäre, die Becher von einem Gebindevermieter zu übernehmen, der diese in einem ökologischen Verfahren wieder reinigt, so die Lenzburger Energieverantwortliche. «Im Moment tendieren wir auf diese Lösung», sagt Taubert.

Noch nicht geregelt ist hingegen der Kostenverteiler. Zwar sollen die Vereine, welche am Zapfenstreich eine Bar betreiben, nicht allzu stark belastet werden. Ganz gratis wird es jedoch nicht gehen. «Auch die Kosten für die Einwegbecher musste jeder Barbetreiber bisher selber tragen.»

Falls sich das System bewährt, überlegt sich der Stadtrat, das Mehrwegsystem «unter dem Aspekt der Abfallreduktion» auszubauen. Zu den grössten öffentlichen Events in Lenzburg zählt nebst dem Zapfenstreich das Gauklerfestival, welches jedes Jahr Tausende Besucher zu mobilisieren vermag.