Sparsam

Lenzburgs Kassenwartin Franziska Möhl hat die Stadtfinanzen im Griff. Trotz steigender Verschuldung hielt sie bisher eisern am Steuerfuss fest. Das scheint mit der privaten Schatulle nicht anders zu sein. So gibt es bei Frau Vizeammann beispielsweise nicht jedes Jahr ein neues (Jugend-)Festkleid. «Ich habe schon einige im Schrank hängen», verrät sie. Das diesjährige war eines davon.

Revoluzzerin

Mit verschiedenen Veranstaltungen ehren Lenzburg und Othmarsingen in diesem Jahr die vor 150 Jahren geborene Mundartdichterin Sophie Haemmerli-Marti. Die für ihre Zeit fortschrittliche Frau und Frauenrechtlerin war die erste weibliche Jugendfestrednerin in Lenzburg. Und dies erst noch in der Stadtkirche. Auf den Tag genau vor 90 Jahren, auch an einem Freitag, am 13. Juli 1928, stand Sophie Haemmerli-Marti auf der Kanzel, von der gestern der Rechtsanwalt Christoph Mäder, ehemaliger Syngenta-Manager, das Wort an die Jugend richtete.

Geheimwaffe

«Dieses Jahr schaffen wir es auch ohne Geheimwaffe», hatte Generalpräsident Stephano il notaio ex pralino im Vorfeld des gestrigen Gefechts grossmaulig erklärt. Mit gegen 700 Freischaren sei man so gut aufgestellt wie nie zuvor, um erstmals in der Geschichte zu obsiegen, erklärte er. «Zusätzlich lassen wir unseren Sieg in einem Oscar-würdigen Film verewigen», betonte er mit Verweis auf den Streifen. Die Freischaren setzen alle Kräfte ein, um ihr Verlierer-Image in der Öffentlichkeit aufzupolieren.

Schwarzer Freitag

Lange Zeit hielt sich das Gerücht, dass die Stahlrosstruppe Verstärkung aus Bundesbern erhalte. Nichts weiter als überhebliche Wichtigtuerei, wie sich dann einmal mehr herausstellte: Bundesrat und Radfahrer Ueli Maurer hat sich in die Ferien abgesetzt, liess der General verlauten und erklärte, dass Maurer jedoch «in Gedanken bei der Truppe weile». Nun, gebracht hat Maurers Psychohygiene rein gar nichts: Am Freitag, dem 13. haben die aufschneiderischen Freischaren eine weitere Niederlage eingefahren.

Kulinarik

Was den Aarauern der Maienzug-Vorabend ist den Lenzburgern der Jugendfest-Zapfenstreich. Tambouren, Pfeifer und Musikanten sorgten für den traditionellen Auftakt zum schönsten Tag im Lenzburger Jahreskalender. Die Nacht gehörte dem feuchtfröhlichen Partyleben. Dutzende von Ad-hoc-Bars und -Beizen boten ein vielfältiges Getränke- und Speisensortiment. Kulinarisch hatte sich Lenzburg jedoch bereits am Mittwochabend auf das Jugendfest eingestimmt. Beim «Fischessen im Stadtzelt» unter den Arkaden des alten Gemeindesaals blieb kaum ein Sitzplatz frei. Serviceklubs und die Freischarenküche hatten stolze 250 Kilogramm Zanderfilets unter die Leute gebracht.