Die Prognosen sind traumhaft. Bei bis zu 30 Grad gibts nochmals ein richtig gutes Badi-Wochenende. Zeit für eine Saison-Bilanz. Die AZ hat bei den Freibädern der Region nachgefragt und festgestellt: Es gibt unter den Badmeistern viele glückliche Gesichter – und am Hallwilersee einen Kaiman-Graben.

Den letztjährigen «Bombensommer» werde man nicht toppen können, sagt Christine Schuster, Badmeisterin im Schwimmbad Rupperswil-Auenstein. Insgesamt sei sie aber zufrieden. «Der Frühling war schlecht, doch wir haben aufgeholt». Rund 36 000 Eintritte sind es in diesem Jahr bislang (Vorjahr: 51 000). Besonders der heisse Juni habe richtig eingeschenkt. «Da hatten wir zeitweise über 1000 Gäste an einem Tag», sagt Schuster. Im teils stark verregneten August hat das Besucheraufkommen nun abgenommen, «bis auf die Hardcore-Schwimmer, die immer kommen», so Schuster. Für den Rest der Saison, die noch bis zum 15. September läuft, hofft sie, dass noch der ein oder andere schöne Tag dazukommen wird.

«Die Wochen vor den Ferien waren die beste Zeit»

Das Schwimmbad Walkematt in Lenzburg erlebte seinen drittbesten Sommer nach 2003 und 2018. «Die Saison war bislang sehr sehr zufriedenstellend», sagt Badmeister Christof Hübscher. Er rechne bis zum Schluss mit über 50 000 Badegästen, wodurch man etwa fünf Prozent hinter dem letztjährigen Resultat liege. «Die beste Zeit waren die paar Wochen vor den Sommerferien, als es wirklich mehrere Tage am Stück heiss war», so Hübscher. Eine solche Phase werde es bis Mitte September kaum noch einmal geben.

Karin Schmitz und Kurt Leo Freudemann, Pächter der «Seerose» in Meisterschwanden.

Karin Schmitz und Kurt Leo Freudemann, Pächter der «Seerose» in Meisterschwanden.

Nächstes Jahr kommt die Lacoste-Modeschau

Auch der Hallwilersee zog diesen Sommer massenhaft Badegäste an. «Ähnlich wie letztes Jahr» lief es beim Strandbad Seerose in Meisterschwanden, wie Kurt Leo Freudemann, Pächter des Restaurants und der Badi, sagt. Mit einem Unterschied: Anfang Juli entdeckte ein Fischer den vermeintlichen Kaiman. Sehr zum Vorteil der «Seerose», wie Freudemann erzählt. «Wir hatten Badegäste aus der ganzen Schweiz.» Und Freudemann verstand es, das Reptil geschickt zu vermarkten. Mit einem echten Krokodilburger auf der Menükarte. «Die Leute dachten zuerst, das sei ein Witz», sagt Freudemann. «War es nicht.»

Das Gericht ist zwar nicht mehr im Sortiment, doch Freudemann kündigt schon einen «Déjà-vu-Burger» für nächstes Jahr an. Er will ihn dann verkaufen, wenn sich die Kaiman-Sichtung das erste Mal jährt. Und der Meisterschwander hat einen weiteren Gag auf Lager: Nächstes Jahr stellt die Kleidermarke Lacoste (Krokodil-Logo) in der Badi eine Modeschau auf die Beine. «Es lebt bei uns», findet Freudemann. Die vielen Events würden die Leute auch dann ins Strandbad locken, wenn das Thermometer keine 30 Grad anzeigt.

Obwohl am gleichen See gelegen, blieb der Kaiman-Effekt im Strandbad von Beinwil am See aus. «Wenn überhaupt, hat sich das negativ ausgewirkt, weil die Gäste Angst hatten», sagt Badmeister Silvan Suter. Doch insgesamt sei es schwierig, es alleine auf ein Tier zu schieben, ob die Leute kommen oder eben nicht. «Eines ist sicher: Bei Seebadis steht und fällt alles mit dem Wetter», sagt Suter.

Fast 20 000 Besucher weniger in Beinwil am See

Die jetzige Saison bezeichnet er als «sehr verhalten» und «durchschnittlich». Der letztjährige Sommer habe rund 64 000 Besucher gebracht, für das laufende Jahr rechnet Suter mit maximal 45 000 Badigästen. An diesem Wochenende komme es ganz darauf an, wie schnell sich der Nebel verziehen werde. Suter erwartet keinen Ansturm. «Falls es doch einen geben sollte, sind wir natürlich darauf vorbereitet.»