Lenzburg

Kickt der FC bald auf künstlichem Grün? Das Baugesuch dafür liegt nun auf

Der Kunstrasen soll auf dem Platz südlich des Hauptspielfeldes realisiert werden.

Der Kunstrasen soll auf dem Platz südlich des Hauptspielfeldes realisiert werden.

Bisher hofften die Lenzburger Fussballer vergeblich auf einen Kunstrasen. Nun dürfte sich das ändern.

Was am Montagabend im Aarauer Parlament über die Bühne ging, hat Lenzburg im vergangenen März erlebt. Mit einer kleinen Abweichung allerdings: Während Aarau die Vorlage für den Einbau von Kunstrasenflächen auf dem Sportplatz Winkel in Aarau Rohr zurückwies, hatte man im Einwohnerrat in Lenzburg nach intensiver Debatte dem Verpflichtungskredit von 1,41 Millionen Franken für ein Kunstrasenfeld in der Wilmatten, zähneknirschend zwar, zugestimmt.

Bei diesem Beschluss mitentscheidend war damals, dass der Rat die fällige Sanierung der Fussballplätze mit einer Rückweisung der Vorlage zeitlich nicht länger verzögern wollte. Die Zustimmung zum Kreditantrag verband das Lenzburger Parlament allerdings mit der Auflage, den in der Vorlage vorgesehenen Kunststoffgranulatrasen fallenzulassen und stattdessen einen unverfüllten Kunstrasen, eine umweltverträglichere Lösung, zu wählen.

Kunstrasen soll im Sommer eingebaut werden

Die Verzögerung der Realisation des neuen Rasensystems war mit dem Entscheid trotzdem nicht aufzuhalten. Der Termin von Spätsommer/Frühherbst 2019 für den Einbau des Kunststoffrasens auf dem Spielfeld 2 der Wilmatten verstrich ohne irgendwelche Bautätigkeit.

Doch jetzt scheint es vorwärtszugehen: Die Einwohnergemeinde Lenzburg hat im Försterhaus das Baugesuch für den Einbau des unverfüllten Kunstrasens auf dem Sportplatz Wilmatten bis am 17. Februar aufgelegt.

Weshalb man nicht dem ursprünglichen Zeitplan folgte, erklärt Thomas Hofstetter, Leiter Immobilien bei der Stadt Lenzburg, so: «Nach Rechtskraft des Einwohnerratsentscheids im letzten Frühling haben wir die Planerausschreibung vorgenommen. Bei der Projektbesprechung mit dem ausgewählten Planungsbüro wurde uns empfohlen, die Realisierung nicht wie geplant in der spielfreien Zeit (Oktober bis Februar) vorzunehmen.»

Es sei darauf hingewiesen worden, dass die Bedingungen für den Einbau eines Kunstrasens im Frühling und Sommer wesentlich idealer seien. Verläuft alles nach Plan, so soll in Lenzburg die vom FC lange ersehnte Kunstrasenfläche laut Hofstetter im Sommer realisiert werden.

Hofstetter erklärt, in der Zwischenzeit sei man in Lenzburg nicht untätig geblieben. Man habe verschiedene Orte besucht, wo in den vergangenen Jahren Kunststoffplätze erstellt wurden und dabei einige interessante Erfahrungen machen können. Dabei habe sich bestätigt, dass der unverfüllte Rasen «tendenziell etwas teurer ist», so Hofstetter.

In der Kreditvorlage vom letzten März sind die reinen Kosten für das Granulatfeld mit 1,02 Millionen Franken beziffert. Was die Lebensdauer der verschiedenen Rasensysteme anbelangt, sagt Hofstetter: «Kunstrasen wie auch Naturrasen stehen und fallen mit dem Unterhalt.»

Mit anderen Worten: Rasenflächen, die gepflegt werden, halten länger. Egal ob es sich um Natur- oder Kunstrasen handelt. Bei den Vorzügen eines Kunstrasens streicht Hofstetter heraus, dass dieser um ein Mehrfaches intensiver bespielt werden könne als ein Naturrasen. Pro Jahr seien gut 2000 Nutzungsstunden möglich, sagt der Leiter Immobilien der Stadt Lenzburg. «Bei einem Naturrasen ist eine derartige Belastung undenkbar.»

In den Unterlagen wird das Kunstrasenprojekt auf Kosten von 1,285 Millionen Franken beziffert. Die Differenz zum Verpflichtungskredit von 1,41 Millionen Franken erklärt Thomas Hofstetter damit, dass im Baugesuch nur die reinen Baukosten anzugeben sind. Im Verpflichtungskredit von 1,41 Millionen Franken enthalten seien noch diverse weitere bauliche Aufwendungen (Erweiterungen Geräteunterstand, Beleuchtung Tennisplatz).

FC und Nachbargemeinde zahlen mit

Auch der Fussballklub will sich an den Kosten für den Kunstrasen beteiligen. Dort steht das Rasenprojekt schon lange auf der Wunschliste. Die bestehenden Naturrasenplätze werden vom FC Lenzburg (24 Mannschaften) täglich während mehrerer Stunden beansprucht. Um die dabei entstehenden Schäden zu beheben, sind die Fussballplätze jeweils während längerer Zeit nicht bespielbar. Das ist dem Fussballbetrieb nicht zuträglich.

Mindestens 50000 Franken wolle man von Vereinsseite selber aufbringen, hatten die Co-Präsidenten Ueli Bruder und Mike Barth im letzten März angekündigt. Ueli Bruder erklärt nun auf Anfrage, die Vereinsleitung habe seit vergangenem Frühling «ein Dossier erstellt». Damit will man in nächster Zeit bei FC-Sympathisanten anklopfen und hofft, dort auf offene Ohren zu stossen.

Die Stadt Lenzburg wird in den kommenden Jahren rund 2,5 Millionen Franken in die Sanierung und Erneuerung der gesamten Sport- und Freizeitanlage Wilmatten investieren. Der vom Einwohnerrat im März 2019 bewilligte Verpflichtungskredit von 1,41 Millionen Franken ist die erste Tranche davon. Nachbar Staufen hat im letzten Jahr einen Beitrag von 100'000 Franken an die Sanierung der Gesamtfazilitäten zugesichert.

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