Holderbank

Kritik am geplanten Schulhaus trotz fehlenden Einwendungen beim Baugesuch

Ammann Herbert Anderegg spricht mit Interessierten am Info-Anlass.

Ammann Herbert Anderegg spricht mit Interessierten am Info-Anlass.

Es wird befürchtet, dass der Neubau zu teuer wird für Holderbank. Auch die fehlende Bühne für Vereinsauftritte wird sorgt für Kritik.

Das Baugesuch hat zu keinen Einwendungen geführt. Trotzdem sind in den vergangenen Tagen in der Gemeinde Holderbank gegen das geplante gut 15 Millionen Franken teure Schulhaus mit einer Einfachturnhalle Stimmen laut geworden. Diese waren auch an der Infoveranstaltung am Samstag zu hören, an der Gemeinderat und Architekt Beat Buri von MJ2B Architekten AG, Murten, zum Projekt Red und Antwort standen. An der Sommergmeind am 26. August hat der Souverän über den Baukredit von 13,85 Millionen Franken zu befinden.

Die Vorbehalte gegen das Bauprojekt lassen sich grob zu Dreien fraktionieren. Eine Kritik zielte auf die Gesamtkosten von 15,35 Millionen Franken (inkl. bereits bewilligtem Planungskredit). Es wurde argumentiert, gemäss Schätzung eines für den Projektwettbewerb beigezogenen unabhängigen Architekten sei der Bau ursprünglich auf 8,7 Millionen Franken beziffert worden. Dazu hielt Anderegg fest, dass sich die beiden Beträge nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichen liessen. Die 8,7 Millionen, für die zudem ein Spielraum von plus/minus 25 Prozent ausgewiesen worden sei, bezifferten die Kosten für nur eine von zwei Bauphasen. Anderegg betonte, der Gemeinderat sei von Anfang an davon ausgegangen, dass die Kosten viel zu tief berechnet seien. Auch wurde das Projekt, das nun in einer Bauphase realisiert werden soll, noch einmal umfassend überarbeitet. Nötig gemacht hatten dies der Lehrplan 21 und das neue Kinderbetreuungsgesetz.

Keine höheren Steuern nur wegen neuem Schulhaus

Andere Kritiker hielten die Kosten von 15,35 Millionen für zu hoch, unabhängig vom Betrag, den man vor zwei Jahren berechnet habe. «Die Gemeinde übernimmt sich finanziell mit dem Schulhausbau», hiess es. Anderegg entgegnete, dieser Bau sei eine Investition in die Zukunft, der die Attraktivität der Gemeinde steigern und einen monetären Rückfluss gewährleisten solle. Der Ammann betonte: «Bezogen nur auf diesen Bau wird sich der Steuerfuss in den nächsten zehn Jahren um keinen Prozentpunkt erhöhen.»

Eine dritte Kritik am geplanten Schulhausbau zielte auf die im letzten Dezember niedergebrannte Mehrzweckhalle. Der Gemeinderat hätte sicherstellen sollen, dass die neue Turnhalle auch eine Bühne für Vereinsauftritte beinhalte. «Der Brand hat eine neue Standortbestimmung nötig gemacht und dies ist nicht geschehen», so der Vorwurf. Noch sei es aber möglich, umzukehren. «Natürlich haben wir nach dem Brand überlegt, was zu tun ist», entgegnete Anderegg. Man sei aber zum Schluss gekommen, das Projekt sei zu weit fortgeschritten und die Gemeinde brauche eine Turnhalle sowie eine Mehrzweckhalle.

Was den Ersatz der abgebrannten Halle anbelangt, wird eine Projektstudie erarbeitet, die innerhalb des nächsten Monats präsentiert werden soll.

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