Lenzburg

Kunst, dank der die absurden und liebenswürdigen Züge des Lebens greifbar werden

Der Cartoonist, Illustrator, Zeichner und Maler Jürg Furrer in seinem Atelier in Seon. Markus Christen

Der Cartoonist, Illustrator, Zeichner und Maler Jürg Furrer in seinem Atelier in Seon. Markus Christen

Die in Seon beziehungsweise Retterswil lebenden Künstler Jürg und Eva Furrer laden zur Vernissage ihrer Ausstellung in die Galerie des Müllerhauses.

Everglades City ist eine Kleinstadt in Florida mit rund 500 Einwohnern. Wie eine Suche mit Google verrät, betrug die Temperatur in Everglades City diese Woche am Abend um halb acht Uhr Ortszeit 20 Grad Celsius. Der Wind wehte aus Westen mit einer Geschwindigkeit von genau 0 Kilometern pro Stunde. Das Hygrometer vermerkte eine Luftfeuchtigkeit von 87 Prozent.

Dies alles tönt wenig spektakulär. Aber es gibt eine überaus nennenswerte Verbindung zwischen Everglades City und dem Aargau. Der Cartoonist, Illustrator, Zeichner und Maler Jürg Furrer aus Seon ist Ehrenbürger eben jener Kleinstadt.

Seit 1983 bereist er den Südwesten Floridas zweimal jährlich zu Fuss, im Kanu und im Auto und mit seinem genauen Auge für humoristische Details, mit seiner feinfühligen Betrachtungsgabe vermag Jürg Furrer scheinbar unspektakuläre Szenerien in ideensprühende Bilder zu verwandeln.

Er schöpfe bei seinen Arbeiten aus dem Alltagsleben, sagt Jürg Furrer. «Was die sogenannt kleinen Leute interessiert, das interessiert auch mich.»

Ähnliche Sprache wie der Vater

Sein durch die Reisen nach Florida inspiriertes Schaffen sowie weitere Werke der letzten Jahre präsentiert Jürg Furrer ab morgen Freitag in einer zusammen mit Tochter Eva Furrer initiierten Ausstellung im Lenzburger Müllerhaus.

Eva Furrer wohnt zusammen mit vielen Tieren in Retterswil. Pony, Esel, Katzen und Hühner inspirieren sie auch zum Zeichnen. Zusammen mit ihrem Lebenspartner Gerald John Foley hat Eva Furrer in diesem Jahr auf dem Gelände des Kieswerks in Lenzburg zwei Riesenechsen aus Stein realisiert. An der Ausstellung im Müllerhaus zeigt sie verschiedene Illustrationen, Tuschezeichnungen und Linol-Siebdrucke von frech-ironischem und durchaus aufmüpfigem Charakter.

Sie spreche mit ihrer Kunst eine ähnliche Sprache wie ihr Vater, sagt Eva Furrer. Diese Sprache ist eine des zweiten und dritten Blicks, zu dem die Drucke, Bilder und Zeichnungen einladen. Jürg Furrer, der unter anderem 30 Jahre für die Satirezeitschrift Nebelspalter sowie für die Aargauer Zeitung tätig war, versteht es in erhellender Weise durch das karikierende Spiel mit Symbolen, durch heitere Figuren- und Formverschiebungen, durch Konzentration auf die Einzelheiten und Kleinigkeiten das Leben in seiner oft absurden, aber vielleicht gerade deshalb liebenswürdigen Verfassung begreifbar zu machen.

An der Vernissage vom Freitag wird Heiner Halder, Journalist der Aargauer Zeitung, weitergehend in das Werk und das Wirken von Jürg und Eva Furrer einführen.

Daten. Vernissage am Freitag, 6. Dezember, um 18.30 Uhr mit einer Einführung von Heiner Halder. Die Ausstellung dauert vom 6. bis zum 15. Dezember und ist geöffnet von 17 bis 20 Uhr, am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

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