Holderbank
Lärmproblem: Die grosse Herausforderungen für die räumliche Entwicklung

Die Gemeinde informiert über die künftige Gestaltung des Dorfes mit Ideen für den Südeingang.

Markus Christen
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Ein markantes Gebäude soll den Südeingang von Holderbank prägen und höhergeschossige Gebäude sollen vor Lärmemissionen schützen. Visualisierung zvg

Ein markantes Gebäude soll den Südeingang von Holderbank prägen und höhergeschossige Gebäude sollen vor Lärmemissionen schützen. Visualisierung zvg

Eine Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland, wie sie für die Gemeinde Holderbank ansteht, stelle ein visionäres Projekt dar. Mit diesen Worten begrüsste Gemeinderat Urs Pfründer knapp 50 Besucher an der Orientierungsveranstaltung zum Entwurf des Leitbildes Räumliche Entwicklung.

Dieses Leitbild wird derzeit durch eine Planungskommission aus Behörden- und Bevölkerungsvertretern in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachpersonen entwickelt. Es soll sowohl punktuell als auch in einer Gesamtsicht aufzeigen, wie die Gemeinde Holderbank als Lebensraum in Zukunft attraktiv bleiben kann und welche baulichen Massnahmen zu diesem Zweck geeignet erscheinen.

Verdichtung des Lebensraums

Das Leitbild wird die Grundlage bilden für die Gesamtrevision der Nutzungsplanung, die ihrerseits voraussichtlich im November des nächsten Jahres zur Abstimmung stehen wird. «Das Ziel, das wir anvisieren, ist eine massgeschneiderte Verdichtung des Lebensraumes ohne Einbusse der Lebensqualität», erklärte Urs Pfründer am Infoabend.

An der Orientierungsveranstaltung in der Turnhalle von Holderbank war es dem Gemeinderat ein Anliegen, «Fragen, Bedenken und Vorschläge aus der Bevölkerung abzuholen». Zuvor präsentierten die Raumplanerin Barbara Gloor und der Raumplaner Thomas Meier den gegenwärtigen Stand des Leitbildes.

Gleich zwei Lärmachsen

Die grossen Herausforderungen für die räumliche Entwicklung in Holderbank sieht Thomas Meier von der Marti Partner Architekten und Planer AG insbesondere bei der Bewältigung des Lärmproblems. «Mit der Bahnlinie und der Kantonsstrasse verlaufen zwei Lärmachsen längs durch das Dorf.»

Diesem Problem könne man begegnen, so Meier, indem an der Kantonsstrasse höhergeschossige Bauten erlaubt werden, die den Strassenlärm abwehren. Ausserdem wird es als sinnvoll erachtet, die Kantonsstrasse mit einem Mittelstreifen zu versehen, um so die Geschwindigkeit des Verkehrs zu drosseln.

Diese Aussicht auf hochgeschossige Bauten gleich an der Hauptstrasse bewerteten einige Besucher der Orientierungsveranstaltung allerdings kritisch. «Ich frage mich, inwiefern dies eine Steigerung der Wohnqualität bewirken soll», merkte eine Besucherin an.

Dorfeingang deutlich markieren

Auf weitere mögliche gestalterische Massnahmen machte Barbara Gloor von der Metron Raumentwicklung AG aufmerksam. So könne beispielsweise mit einem markanten Gebäude im Süden der Dorfeingang deutlicher markiert werden.

Entwicklungspotenzial sieht Gloor auch im Dorfkern durch eine bessere Integration der Kirche ins Gesamtbild und durch eine attraktivere Anbindung des Bahnhofs an den Dorfkern. Potenzial zur Gestaltung eines Dorfplatzes biete der Raum beim Gasthaus Felsgarten. Bezüglich dieser Überlegungen hatten die Besucher der Orientierungsveranstaltung keine Anmerkungen anzubringen.

So machte Urs Pfründer zum Abschluss auf den Ideentopf Schümel aufmerksam. Vorschläge, wie die freie Fläche im Quartier Schümel künftig genutzt werden kann, können bis Ende der Sommerferien auf der Gemeinde eingereicht werden. «Es dürfen durchaus auch Ideen sein, die auf den ersten Blick weit hergeholt scheinen», so Pfründer.

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