Lenzburg
Die FDP fordert ein CO2-neutrales Lenzburg bis 2030 – das sorgt auf Twitter für Gesprächsstoff

Auf einem Wahlplakat für die Einwohnerratswahlen fordert die Lenzburger FDP-Ortspartei, Lenzburg müsse bis zum Jahr 2030 klimaneutral sein. Der Präsident der FDP-Fraktion im Einwohnerrat erklärt, was damit gemeint ist.

Florian Wicki
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Die FDP Lenzburg fordert auf einem Wahlkampfplakat ein CO2-neutrales Lenzburg bis 2030.

Die FDP Lenzburg fordert auf einem Wahlkampfplakat ein CO2-neutrales Lenzburg bis 2030.

Screenshot Twitter

Auch in der Stadt Lenzburg kommt der Einwohnerratswahlkampf allmählich in die Schlussphase. 117 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um 40 freie Sitze – am 28. November ist Wahltag.

Der Wahlkampf ist naturgemäss auch die Zeit der vielversprechenden Pläne und der grossen Worte. Ein ambitioniertes Ziel der Lenzburger FDP macht im sozialen Netzwerk Twitter die Runde: Auf einem Plakat fordert die Ortspartei: «Lenzburg CO2-neutral bis 2030».

SP und GLP haben Fragen

Die SP-Nationalrätin und Präsidentin der Aargauer Kantonalpartei, Gabriela Suter, meinte dazu: «Liebe FDP Lenzburg, wir nehmen euch beim Wort! Aber eins ist schon mal klar: Netto-Null bis 2030 erreichen wir nicht mit Emissionshandel, wie es die FDP Aargau vorschlägt, sondern mit Vorschriften und Fördermassnahmen.»

Und der frisch gewählte Präsident der Aargauer Grünliberalen, Philippe Kühni, fügte an, er sei gespannt, wie die Partei das ganz ohne Verbote konkret bewerkstelligen will.

Christoph Nyfeler, Fraktionspräsident der FDP im Einwohnerrat.

Christoph Nyfeler, Fraktionspräsident der FDP im Einwohnerrat.

Severin Bigler

Das erklärt der Fraktionspräsident der FDP im Lenzburger Einwohnerrat, Christoph Nyfeler, auf Anfrage folgendermassen: «Innerhalb der FDP Lenzburg ist es uns wichtig, das Ziel ‹CO2-neutral bis 2030› ambitiös und aktiv anzugehen, und zwar über die Anwendung von Innovation, die Investition in neue Infrastruktur und Modernisierung der städtischen Immobilien, den Einsatz lokaler und nachhaltiger Wertstoffträger, den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien und über eine aktive Informationspolitik zum nachhaltigen Konsum sowie attraktive und schnelle Anreizsysteme.»

Kann man damit in rund acht Jahren eine ganze Stadt klimaneutral ausrichten? Nyfeler relativiert: «Grundsätzlich werden wir die Frage stellen müssen, ob die Stadt Lenzburg (als Verwaltung) oder Lenzburg (als Einwohnergemeinde) CO2-neutral sein soll.» In Sachen Stadt und Verwaltung sieht er unter Berücksichtigung der aktuellen Situation sehr gute Chancen, dieses Ziel zu erreichen. Dies mit den genannten Mitteln und einer allfälligen Kompensation über schweizerische CO2-Zertifikate.

Meint das Plakat nun die Stadtverwaltung oder die ganze Stadt an sich? Nyfeler hat für beide Möglichkeiten eine Antwort: «Wollen wir als Einwohnergemeinde mit 11'000 bis 12'000 Einwohnern dieses Ziel absolut und als Einheit erreichen, braucht es natürlich die Unterstützung der gesamten Bevölkerung und allenfalls den Aufbau eines freiwilligen Fonds zur aktiven CO2-Kompensation, der ausserhalb der Steuerrechnung Investitionen tätigen kann – ein Ziel, das nur mit der gesamten Bevölkerung erreicht werden kann, aber unter Motivation, Anreiz und Wettbewerb und nicht mittels Verbote und Beschränkungen.»

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