Lenzburg
Lenzburger Einwohnerrätin trauert Lichtsignal nach

Im Lenzburger Westquartier wird eine 40 Jahre alte Lichtsignalanlage abgebrochen und ersetzt. Das hat der Einwohnerrat entschieden. «Wir verdanken der Ampel gewissermassen unser Leben», sagte CVP-Fraktionspräsidentin Marianne Tribaldos in einer launigen Rede.

Pascal Meier
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Die Lichtsignal-Anlage wurde 1975 erbaut und hat ihrer Lebensdauer eigentlich schon lange überschritten.

Die Lichtsignal-Anlage wurde 1975 erbaut und hat ihrer Lebensdauer eigentlich schon lange überschritten.

Pascal Meier

Mit einer humorvollen «Ode an die Ampel» würdigte CVP-Fraktionspräsidentin Marianne Tribaldos die alte Lichtsignalanlage am Knoten Ringstrasse/Zeughaustrasse im Westquarttier und gab ihrem Bedauern über den unausweichlichen Abschied Ausdruck. «Ich könnte es kurz machen, aber das ganze stimmt mich schon nachdenklich», sagte die Vizepräsidentin des Einwohnerrates, und lobte die jahrzehntelange tadellose Arbeit der Ampel in höchsten Tönen. «Wie treu hat diese Ampelanlage Lenzburg gedient! Und das viel länger, als es von ihr zu erwarten war!»

Viele Kinder und Erwachsene seien dank ihr heil und gesund über die Strasse gekommen. «Sie verdanken der Ampel also gewissermassen ihr Leben», so Tribaldos, und fuhr fort: «Das Leben ist aber undankbar.» Die Ampel sei alt geworden und schaffe ihre Arbeit nicht mehr. «Könnte man nicht wenigstens eine Gedenktafel aufstellen, um diese fleissige und treue Lenzburgerin zu ehren, wie sie es verdient hat», fragte Tribaldos in den Saal, wo sich die Einwohnerräte köstlich über diese Worte amüsierten – bis Marianne Tribaldos kurz und brutal auf den Punkt kam: «Jetzt gebe ich Ihnen die Kurzfassung davon: Die Alte muss weg.»

Verbesserungen für Fussgänger

Es grenzt an ein kleines Wunder, dass die Lichtsignalanlage nicht schon lange den Dienst quittiert hat. Vor 40 Jahren gebaut, hat sie ihre Lebensdauer schon lange überschritten. Das aktuelle Steuergerät aus dem Jahr 1987 hat eigentlich eine Nutzungsdauer von etwa 15 Jahren. In jüngster Zeit gab es deshalb Teil- und Totalausfälle, um die sich eine Wartungsfirma kümmert.

Weil das Steuergerät jederzeit definitiv ausfallen kann und es keine Ersatzteile gibt, wird die Lichtsignalanlage nun saniert. Der Einwohnerrat hat dafür einen Kredit von 340’000 Franken einstimmig genehmigt. «Es wurden Alternativen geprüft, die jedoch teurere kommen», sagte Ruedi Baumann (SVP) Namens der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission.

Mit der Sanierung werden alle Signale von 220 Volt auf 40-Volt-LED-Technik umgestellt und eine neue Kabine für die Steuerung gebaut. Die Masten bleiben, werden aber gegen Rost behandelt. Verbessert wird die Situation für Fussgänger: Die neuen «Drücker» verfügen nebst Anmeldetaste über eine Bestätigungslampe sowie Hilfen für Sehbehinderte. Im Strassenraum werden alle Detektoren ersetzt und richtungsempfindliche Rotlichtschlaufen eingebaut. Diese messen auch den Verkehr. Öffentliche Busse können zudem die Lichtsignalanlage neu ansteuern und werden so bevorzugt behandelt.

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