Lenzburg

Lenzburger Wasser fliesst auch aus Wasserhahnen in Niederlenz und Wildegg

Hans-Jürg Weber, SWL Wasser AG, Werner Jaun, Geschäftsführer RTB, und SWL-Direktor Markus Blättler im Pumpwerk Hard 1. do

Hans-Jürg Weber, SWL Wasser AG, Werner Jaun, Geschäftsführer RTB, und SWL-Direktor Markus Blättler im Pumpwerk Hard 1. do

Die Regionalen Technischen Betriebe (RTB) der Gemeinden Möriken-Wildegg und Niederlenz beteiligen sich neu zu 50 Prozent am Lenzburger Grundwasserpumpwerk Hard 1. Das Pumpwerk Hörnizopf der RTB wird aus dem Betrieb genommen.

Ende dieses Jahres läuft die Konzession für das in den Vierzigerjahren erbaute Grundwasserpumpwerk Hörnizopf der RTB (Gemeinden Möriken-Wildegg und Niederlenz) aus. Das Problem: Der regionale Sammelkanal des Abwasserverbands Region Lenzburg durchquert die Schutzzone 2 des Pumpwerks.

Diese Schutzzone wurde zwar erst 1987, also 20 Jahre nach dem Bau des Sammelkanals, eingerichtet, enthält aber strikte Auflagen. Für eine Neukonzessionierung müssen die RTB nachweisen, dass die heute geltenden Gewässerschutz-Vorschriften eingehalten werden.

Kostspielige Sanierung

Eine Kontrolle des Abwasserkanals hat nun ergeben, dass eine aufwändige Abdichtung mit einem doppelwandigen Rohrsystem notwendig wäre, um die Gewässerschutzauflagen zu erfüllen. Diese Sanierung würde insgesamt rund 1,4 Mio. Franken kosten, wobei unklar ist, wer die Kosten zu tragen hätte.

«Dies müsste gegebenenfalls mit einem Bundesgerichtsentscheid geklärt werden», erläutert RTB-Geschäftsführer Werner Jaun die Lage.

Als beste Lösung hat sich eine Beteiligung zu 50 Prozent am Pumpwerk Hard 1 der Lenzburger SWL Wasser AG erwiesen, das sich auf Niederlenzer Gemeindegebiet befindet. Mit 700 000 Franken sind die Kosten für die Beteiligung nur halb so hoch wie für eine Sanierung des Abwasserkanals.

Sie werden zu 60 Prozent vom Abwasserverband (deren Kanal ja der Auslöser ist) und zu 40 Prozent von den RTB getragen. Ein weiterer Vorteil der nun getroffenen Vereinbarung besteht darin, dass das Wassernetz der RTB für die Löschwasserreserve bereits mit den Pumpleitungen der SWL Wasser AG verbunden ist und deshalb nur leichte Anpassungen nötig sind.

«Da die Schutzzone des Pumpwerks Hard 1 im Wald liegt, ist auch langfristig nicht mit hohen Kosten bezüglich Gewässerschutzauflagen zu rechnen», stellt SWL-Direktor Markus Blättler fest.

Das Pumpwerk Hörnizopf bleibt im Besitz der RTB und steht künftig als Notpumpwerk zur Verfügung. Damit sie funktionstüchtig bleibt, wird die Pumpe periodisch kurzzeitig in Betrieb genommen, das Wasser allerdings nicht ins Netz eingespeist, sondern in den Aabach geleitet.

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