Lenzburg/Zürich
Die Hypothekarbank Lenzburg schraubt an digitalen Vermögenswerten – in einer Garage im Zürcher Luxusviertel

Die «Hypi» hat ein «Krypto-Labor» aufgebaut. Im Zürcher Seefeld arbeiten die Blockchain-Fachleute der Bank an Angeboten im Bereich Digitale Assets.

Florian Wicki
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Die Hypothekarbank Lenzburg hat in einer alten Alfa-Romeo-Garage im Zürcher Seefeld ein Büro eingerichtet.

Die Hypothekarbank Lenzburg hat in einer alten Alfa-Romeo-Garage im Zürcher Seefeld ein Büro eingerichtet.

Marc Fischer, Hypi

Da geht Altes mit Neuem zusammen: Die Hypothekarbank hat im Sommer ein Büro in Zürich eröffnet. Das sogenannte «Krypto-Labor» der Hypi ist nun in der ehemaligen Alfa-Romeo-Garage V. Firrone im Zürcher Seefeld zu finden.

Die Hypothekarbank Lenzburg erklärt auf Anfrage, in diesem Büro seien vor allem ihre Fachleute im Bereich Blockchain tätig: «Wir bieten in diesen Räumlichkeiten keine Bankgeschäfte oder Beratung an.» Ausserdem sei ihre Entwicklungspartnerin, die Blockchain Innovation Group, auch da: «So gestaltet sich die Projektarbeit effizienter, da die Wege kurz sind.»

Im Labor geht es um digitale Vermögenswerte

Im «Krypto-Lab» wird das Angebot der Bank im Bereich Digitale Assets weiterentwickelt. Da kann die Bank bereits heute mit namhaften Kooperationen aufwarten, wie sie erklärt: «Die Hypothekarbank Lenzburg bietet auf ihrer Finstar-Software für Banken bereits eine Plattform für digitale Assets auf Blockchain-Technologie. Die Berner Kantonalbank nutzt diese Technologie für den Betrieb ihrer Plattform für tokenisierte Assets, die seit dem August 2021 bereitsteht.»

Die Tokenisierung von Assets oder Vermögenswerten ist eine Art Verbriefung (ähnlich wie bei Wertpapieren) – dabei wird ein digitales und somit bedeutend einfacher handelbares Abbild eines Vermögenswertes, sei es beispielsweise ein Kunstobjekt, ein Fahrzeug, eine Immobilie oder ein Unternehmen, mit Hilfe der Blockchain-Technologie erstellt. Ein Beispiel: Die Zürcher Krypto-Bank Sygnum hat diesen Sommer das rund vier Millionen Franken teure Gemälde «Fillette au béret» von Pablo Picasso tokenisiert und dafür 4000 Tokens (oder Anteile am Gemälde) herausgegeben. Die können nun über die Plattform der Bank erstanden und gehandelt werden, was auch mit kleinerem Budget eine Teilnahme an der Wertsteigerung des Gemäldes ermöglicht.

Standortvorteile im Seefeld

Und warum zieht die Hypi gerade ins Zürcher Seefeld, tendenziell als Luxus-Quartier der Stadt bekannt? Die Garage weiche demnächst einem Neubau, deswegen sei die Miete vergleichsweise günstig und entspreche dem Standard für Zwischennutzungen, erklärt die Bank. Garantiert bleiben könne sie bis September 2022.

Bis dann will sie den Standortvorteil nutzen: «Im Seefeld sind diverse Blockchain-Firmen angesiedelt und wir profitieren von einem informellen Austausch.» Und schliesslich passe die Mietsituation zum Ökosystemgedanken, dem die Hypothekarbank Lenzburg im Rahmen ihrer Open-Banking-Strategie und ihrer Kooperation mit Drittunternehmen im Finanzdienstleistungssektor verpflichtet sei.

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