Bezirksgericht Lenzburg
Millionenschaden bei Traitafina-Brand beruht auf Fahrlässigkeit

Vor dem Bezirksgericht Lenzburg haben sich heute drei Personen zu verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, als Angestellte der Traitafina in Egliswil Sicherheitsvorschriften verletzt zu haben. Das führte zum verheerenden Brand vom 13. November 2009.

Toni Widmer
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Grossbrand in der Traitafina
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Traitafina
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Grossbrand in der Traitafina

Aargauer Zeitung

Der Schaden bei der Feuersbrunst vom 13. November 2009 war mit über 13 Mio. Franken so hoch, dass ich die Traitafina daraufhin entschlossen hat, den Produktionsstandort Egliswil aufzugeben und die Herstellung von Convience-Produkten in Lenzburg zu konzentrieren.

Gebrannt hat es damals, weil beim Entleeren einer Friteuse nicht gewartet worden ist, bis das Öl genügend abgekühlt war. Ein Mechanismus hätte zwar dafür sorgen sollen, dass so etwas nicht möglich war. Doch diese Sicherung wurde offenbar in der besagten Produktionsstätte mit einem technischen Trick konsequent ausser Kraft gesetzt.

Vor Gericht geht es jetzt darum abzuklären, wer die Order zur Umgehung der Sicherhheitsvorschriften gegeben hat. War es der Betriebsleiter, waren es die jeweiligen Abteilungsleiter oder taten es die Angestellten aus eigenem Antrieb um früher mit der Arbeit fertig zu sein.

Die drei Angeklagten - zwei Männer und eine Frau - sehen sich hohen Zivilforderungen und Bussen gegenüber. Werden sie verurteilt, wird die Gebäudeversicherung von ihnen Rückzahlungen von jeweils über einer Million Franken verlangen.

Die Verhandlung dauert seit 8 Uhr an. Bisher sind die Angeklagten sowie verschiedene Zeugen befragt worden. Insgesamt ist der Prozesstag auf 11 Stunden angesetzt. Ein Urteil ist - wenn überhaupt - erst in den Abendstunden zu erwarten.