Wolfgang Amadeus Mozart ist Garant für heisse Tage. Wenn im Hof von Schloss Hallwyl eine Oper des österreichischen Komponisten aufgeführt wird, macht schnell der Begriff vom «Jahrhundertsommer» die Runde. 

Ähnlich wie bei der «Entführung aus dem Serail», der ersten Freiluftopernproduktion im Seetaler Wasserschloss im Jahre 2003, sind auch heuer bei der «Zauberflöte» die meisten der bisher 13 Vorstellungen trocken über die Bühne gegangen; lediglich vier Aufführungen wurden durch Niederschläge (meist Nieselregen) oder empfindliche Kühle (einmal am 29. Juli) beeinträchtigt.

Ausgerechnet an der Premiere am 24. Juli war das im Stück vorgesehene Gewitter durch die Natur übertroffen worden. Die Ehrengäste verwandelten sich in begossene Pudel, rühmten aber die Inszenierung von Regisseurin Regina Heer trotzdem in den höchsten Tönen.

Dieser Grundtenor hielt bisher bei Besuchern und Kritikern an. «Ich persönlich bin begeistert vom hohen Niveau …», hält Trägervereinspräsidentin Esther Egger fest und ergänzt: «… und mein Eindruck wird von vielen neutralen und auch kritischen Zuschauern bestätigt.»

Witzige Details

Die guten Stimmen, das Bühnenbild mit den zwei weissen Türmen und ihrem Vorgelände, das gleichzeitig als Resonanzboden wirkt, die hinreissenden Kleider von Kostümbildner Bernhard Duss fügen sich zu einem runden Ganzen.

Unzählige winzige und witzige Details fallen erst jenen auf, die «Die Zauberflöte» im Schloss Hallwyl mehr als einmal zu sehen bekommen: Die Königin der Nacht als Gärtnerin, die Fuss-Choreografie von Papageno-Darsteller Martin Achrainer oder der abschliessende Glückwunsch der Pfadfinder an Papagena und Papageno.

Zu Beginn der Produktion gabs immer die bange Frage: Klappt der Messer-«Wurf» von der Königin der Nacht auf dem einen Turm zu ihrer Tochter Pamina auf dem andern? Das verhinderte Selbstmordinstrument landet am Schluss im Schlossbrunnen. Jedenfalls meistens.

Lounge-Stimmung am Aabach

Wie 2003 verleiten auch in diesem Jahr die lauen Nächte zum Verweilen im Umfeld des Schlosses. Während die damalige Illuminierung dem inzwischen viel rigoroser ausgelegten Natur- und Vogelschutz zum Opfer gefallen ist, hat sich der neue Caterer mit der Möblierung des Aabach-Kiesplatzes grosse Mühe gegeben. In den bequemen Lounge-Möbeln kann man die einzigartige Stimmung mit einem Drink auch ohne Opern-Ticket geniessen.

Während einige Vorstellungen (Anfang Woche oder sonntags) nicht sehr gut ausgelastet waren, ist Opern-Wirt Giuliano Caranci mit seiner Premiere zufrieden: «Neben den Firmengästen habe ich jeden Abend etwa 70 Nachtessen an Individualbesucher verkauft.»

Der Inhaber des Boniswiler «La Deliziosa» lobt die Gäste. Etwa 80 Prozent würden ihr Menü im Voraus buchen und damit zu einem speditiven Ablauf beitragen. Spontanere decken sich in der Pause mit den selbst gemachten Gelati ein, deren Qualität weniger variiert als der Preis.

Bis zur Derniere am übernächsten Samstag, 22. August, gibt es noch acht Vorstellungen.