Lenzburg

Nach 150 Jahren Lebzeit: Kleiner Käfer bodigt Othmarsinger Baumriesen

Fritz Wirz, Präsident Ortsbürger- und Forstkommission Othmarsingen, Forstwart Beat Ineichen und Lenzia-Leiter Matthias Ott (v. l.).

Fritz Wirz, Präsident Ortsbürger- und Forstkommission Othmarsingen, Forstwart Beat Ineichen und Lenzia-Leiter Matthias Ott (v. l.).

43 Meter hoch war sie, die grösste Rottanne im Lenzia-Forst. Sie stand im Othmarsinger Wald. Der Borkenkäfer hat sich durch die Rinde in die eingebohrt und in den Rammelkammern vermehrt. Jetzt musste der 150-jährige Baum gefällt werden. Weil das Tier auch andere Bäume befallen hat, kommt es bald zu weiteren Fällungen.

«Wir hätten den Baum sehr gerne stehen lassen, aber leider ist die dickste Rottanne in unserem Gebiet von Käfern befallen», sagt Matthias Ott, der Stadtoberförster der Forstdienste Lenzia. Der Baumriese steht nahe der Grenze zwischen Othmarsingen und Lenzburg auf Othmarsinger Boden und ist die dickste Fichte im Inventar der Forstdienste Lenzia.

Der Befall durch den Borkenkäfer geschah schnell: «Wir sprechen hier von einer Zeitspanne von wenigen Wochen und nicht etwa von Monaten», sagt Ott. Beim Kampf mit den Borkenkäfern müsse man schnell und konsequent sein. «Ist ein Baum befallen, ist die Chance gross, dass die Borkenkäfer auch zu den umliegenden Fichten ausschwärmen.» Bei dem Baumriesen mit einem Durchmesser von 160 Zentimetern ist dies schon passiert. Fünf bis sechs Fichten in der Umgebung weisen auch einen Befall auf und müssen in der nächsten Woche gefällt werden. «Das tut uns als Förster natürlich schon auch weh», sagt der Stadtoberförster und Leiter der Forstdienste Lenzia, «aber es ist wichtig, auch für die Sicherheit der Waldgänger.» Wäre die Fichte nicht gefällt worden, würde sie in wenigen Jahren zu einem Sicherheitsrisiko werden. Der Borkenkäfer bohrt sich in die Rinde ein und vermehrt sich in den sogenannten Rammelkammern. Früher oder später stirbt der durch die Tiere befallene Baum ab.

Der Strunk des Baumes bleibt im Wald

Nach dem Fällen wird der Baumriese vermessen. Die knapp 150 Jahre alte Fichte wurde 43 Meter gross. Für ihr Alter ist sie relativ schnell gewachsen. Der Strunk des Baumes bleibt im Wald. «Als eine Erinnerung an die Fichte», sagt Ott. Die Rinde wird jedoch entfernt, um dem Borkenkäfer den Garaus zu machen. Der Rest des Baumes soll verwertet werden. Ott hofft, dass er die schönsten Teile verkaufen kann: «Das wird jedoch nicht einfach, da der Holzmarkt übersättigt ist», erklärt er. Was mit dem Rest des Baumes geschieht, ist noch nicht abschliessend geklärt. Selbst die Äste müssen aus dem Wald abtransportiert werden, da sie dick genug sind, um dem Schädling weiter ein Zuhause zu bieten. «Es ist von A bis Z ein Defizitgeschäft», so der Stadtoberförster.

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