Lenzburg

Nachzügler in Raiffeisen-Familie: Genossenschafter von Aarau-Lenzburg müssen auf Dividende warten

Die grösste Aargauer Raiffeisenbank, die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg, ist dieses Jahr doppelt aussergewöhnlich.

Die grösste Aargauer Raiffeisenbank, die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg, ist dieses Jahr doppelt aussergewöhnlich.

Weil die Delegierten der Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg coronabedingt erst wieder im Augsut tagen können, wird der Geschäftsbericht später als sonst verabschiedet. Die Genossenschafter müssen auf ihre Dividende warten.

Die grösste Aargauer Raiffeisenbank, die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg, ist dieses Jahr doppelt aussergewöhnlich: Bei ihr entscheiden seit 2014 nicht mehr die Genossenschafter, sondern 80 gewählte Delegierte. Und diese tagen – Corona-bedingt – vergleichsweise spät.

Weil die Versammlung am 4. Juni nicht durchgeführt werden konnte, wird der Geschäftsbericht erst am 20. August verabschiedet. «Sollte wider Erwarten eine physische Durchführung der Delegiertenversammlung nicht möglich sein, werden wir eine schriftliche Abstimmung durchführen», heisst es in der Einladung. Also sich ähnlich verhalten, wie die allermeisten anderen Raiffeisen-­Genossenschaften (siehe Box).

Erhebliche Fluktuation bei den Genossenschaftern

Auch wenn es schon einige Zeit zurückliegt: Die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg hatte ein erfolgreiches 2019. Abzulesen etwa an der weiteren Steigerung der Anzahl Mitglieder auf 21336 (plus 1,4%). Bemerkenswert ist, dass die Fluktuation relativ gross war: 796 Genossenschafter (3,5%) haben sich verabschiedet, 1091 sind neu dazugekommen.

Das Genossenschaftskapital wird, sollten die Delegierten im August zustimmen, mit 2 Prozent verzinst. Zum Vergleich: Bei der Raiffeisenbank Mittelgösgen-Staffel­egg gibt’s 6, bei Raiffeisen Aare-Reuss 3 und bei Raiffeisen Reitnau-Rued auch 2 Prozent.

Deutlich tieferer Personalaufwand

«Die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg hat trotz eines schwierigen Marktumfeldes ein gutes Jahresergebnis erzielt», schreiben Verwaltungsratspräsident Rolf Fäs und Bankchef Stefan Schenkel im Geschäftsbericht. Schenkel hatte Mitte 2019 die Nachfolge von Daniel Lüscher angetreten.

Die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg beschäftigt 102 Angestellte. Die Anzahl Vollzeitstellen ist letztes Jahr um eine halbe auf 82 gestiegen. Der Personalaufwand sank um 4,5 Prozent auf 10,5 Millionen Franken. Das wirkte sich auf die Cost-Income-Ratio, eine wichtige Kennzahl, aus: Neu liegt diese bei 65,85 Prozent (Vorjahr 68,3).

Raiffeisen Aarau-Lenzburg betreibt unverändert fünf Geschäftsstellen. Nach dem Umbau der Filiale an der Kasinostrasse in Aarau sind sie alle jetzt Begegnungsbanken. Die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg hat laut eigenen Angeben «eine starke Position im Hypothekargeschäft». Dessen Volumen erhöhte sich 2019 um 1,2 Prozent auf 1,509 Milliarden Franken. Die Qualität der Kredite ist gut, es konnten sogar netto 0,91 Millionen Franken Wertberichtigungen aufgelöst werden. Die Kundeneinlagen steigen um 0,5 Prozent auf 1,446 Milliarden Franken.

Der ausgewiesene Gewinn lag mit 2,51 Millionen Franken minim über dem Vorjahr. Wichtig ist, dass 1,8 Millionen Franken zusätzliche Abschreibungen auf der Bankensoftware getätigt werden konnten. (uhg)

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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