Neuer Mittelschulstandort
Gerät eine Lenzburger Kanti jetzt unter Druck?

Der Regierungsrat spricht von einer veränderten Ausgangslage im Mittelland, die nun neu beurteilt werden muss.

Ruth Steiner
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Stadtammann Daniel Mosimann bleibt bei der Frage zum Kanti-Standort Lenzburg zuversichtlich.

Stadtammann Daniel Mosimann bleibt bei der Frage zum Kanti-Standort Lenzburg zuversichtlich.

Britta Gut

Zwar ging es an der Medienkonferenz zu den zwei geplanten neuen Mittelschulstandorten im Kanton primär um die drei zur Wahl stehenden Areale im Fricktal. Die Standortsuche im Aargauer Mittelland wurde nur am Rande erwähnt. Und doch haben es die kurzen Informationen in sich, die Bildungsminister Alex Hürzeler dazu gemacht hat. Hürzeler sprach von einer neuen Ausgangslage im Mittelland, die zurzeit geprüft werde.

In der Zwischenzeit hat sich nämlich die Stadt Aarau eingebracht und dem Kanton mit der Bezirksschulanlage Zelgli gegen die Sportanlage Telli einen Tauschhandel vorgeschlagen, was neue Optionen in Aarau eröffnet. Zu den beiden bestehenden Bewerbern, Lenzburg und Brugg-Windisch, hiess es, die Evaluation sei noch nicht ausgereift genug; und mit Blick auf Lenzburg hielt der Regierungsrat fest, dass man bei der Weiterplanung Zeit verloren habe, indem unter anderem die Ortsbürgergemeinde Lenzburg das in Frage kommende Zeughaus-Areal zurückgewiesen habe.

Entlastung für andere zur Debatte stehende Standorte?

Sind das bereits Signale, dass die Chancen einer Kanti in Lenzburg, entgegen bisherigen Annahmen, doch gesunken sind? Stadtammann Daniel Mosimann stellt zwar nicht in Ab­rede, dass der Ortsbürgerentscheid eine Rolle spiele, er verneint jedoch, dass ihm eine entscheidende Bedeutung zukommt. Auch die genannte Option Aarau möchte Mosimann nicht nur als Konkurrenzsituation zu Lenzburg beurteilen.

«Ich betrachte diese Möglichkeit eher als eine gewisse Entlastung für die übrigen zur Debatte stehenden Orte. Diese müssten allenfalls nicht ganz so gross gebaut werden.»

Der Stadtammann beruft sich auf den 2019 vom Grossen Rat verabschiedeten Planungsbericht, welcher eine Mittelschule im Raum Brugg–Lenzburg vorsehe. «Das wird mit oder ohne Aarau der Fall sein.»

Starkes Wachstum in der Region Lenzburg

Zusätzlich hat der Kanton neue Bevölkerungsprognosen von Statistik Aargau in die Diskussion eingebracht. Gestützt darauf sei das grösste Wachstum in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen im Ostaargau zu erwarten, hiess es. Wie beurteilt der Stadtammann diese Prognosen in Bezug auf den Standort Lenzburg? «Die Frage ist, wo der Ostaargau anfängt. Wenn man vom demografischen Wachstum ausgeht, so gehört Lenzburg zu den wachstumsstärksten Regionen im Aargau.» Zusammenfassend hält Mosimann fest, dass die gestrige Pressekonferenz «keine Überraschung im eingeschlagenen Evaluationsprozess gebracht hat».

Noch ist die Standortfrage im Mittelland offen. Die Anhörungen wurden verschoben und sollen voraussichtlich im zweiten Semester 2022 stattfinden.

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