Rupperswil
Neues Schulhaus: Applaus für «Ferdinand»

Die Bevölkerung von Rupperswil nimmt den geplanten Schulhausneubau positiv auf und reagiert verhalten auf die geschätzten Kosten von 13,9 Millionen Franken.

Ruth Steiner
Drucken
Visualisierung des Erweiterungsbaus für die Primarschule. Blick vom Seetalschulhaus (Oberstufe) her.

Visualisierung des Erweiterungsbaus für die Primarschule. Blick vom Seetalschulhaus (Oberstufe) her.

Schmid Schärer Architekten

«Fuchur» hiess im Frühling das Siegerprojekt für das neue Schulhaus in Hunzenschwil. Architekt: Schmid Schärer Architekten GmbH ETH/SIA aus Zürich.

Neuer Anlauf für Anschluss an ARA Langmatt

Die Rupperswiler Stimmberechtigten müssen an der kommenden Wintergmeind am 21. November erneut über den Anschluss der ARA Lotten an die ARA Langmatt abstimmen. Im Sommer hatte der Souverän das Begehren nach kurzer aber heftiger Opposition im Vorfeld bachab geschickt, hingegen hatten die Verbandspartner Schafisheim und Hunzenschwil dem Traktandum wenig später zugestimmt. Ein Grund für die Ablehnung war das «Diktat aus Aarau». Dieser Umstand ist an der Informationsveranstaltung am Mittwoch einigen Anwesenden wieder sauer aufgestossen. Der Kanton beabsichtigt nämlich, die Zahl der Abwasserreinigungsanlagen zu reduzieren. Der Vorstand der ARA Lotten habe die Verfügung des Kantons auch nur schwer verdaut, bekannte Lotten-Präsident Franz Bitterli. Jedoch wies er darauf hin, dass die rechtlichen Grundlagen für einen Zwangsbeitritt vorhanden seien. Einem Rechtsstreit in dieser Sache würde der Rechtsanwalt nur minimale Chancen einräumen. Bitterlis Fazit: «Wir wollen nicht Steuergelder verpulvern bei null Aussichten.»
Gleichzeitig präsentierte der ARA-Lotten-Präsident die an der Sommergmeind verlangte Gegenüberstellung eines Anschlusses an die ARA Langmatt mit dem Ausbau der ARA Lotten. Die Investitionen inklusive Betrieb bis 2030 betragen bei einem Langmatt-Anschluss 16,4 Mio. Franken. Ein Ausbau der ARA Lotten fällt mit 19 Mio. um 2,6 Mio. höher aus. An den Baukosten von 5,1 Mio. muss sich Rupperswil mit 2 Mio. beteiligen. Das Gelände soll nach dem Anlage-Rückbau wieder der Ortsbürgergemeinde verkauft werden. (Str)

Am Mittwoch schwangen Roger Schärer und Patrick Schmid wiederum obenauf. Dieses Mal präsentierten sie den Rupperswilern «Ferdinand». Der Vorschlag für das neue Primarschulhaus war in einem anonymen Wettbewerb aus sieben eingegangenen Projekten zum Sieger gekürt worden. «Ferdinand» hat jedoch nicht nur dem Preisgericht gefallen, auch die Rupperswiler Bevölkerung war beeindruckt vom Vorhaben. Am Ende der Projektpräsentation klatschten sie anerkennend.

Der Wettbewerbsjury hatte an der vorgeschlagenen Lösung gefallen, wie die Architekten das heutige Schulhaus und den Neubau mit einem Brückenbauwerk über die Jurastrasse miteinander verbinden. Durch die Anordnung der Gebäude entsteht ein grosszügig konzipierter Innenhof mit einem gedeckten Pausenplatz.

«Im Bereich der Schulhäuser bis zum Volg wollen wir eine Begegnungszone schaffen», formulierte Gemeindeammann Ruedi Hediger die Absicht. Darin eingeschlossen ist auch die Jurastrasse, was zu einer Tempolimite von 20 Kilometern pro Stunde in diesem Bereich führen würde.

Ehrgeiziger Realisationsplan

Im neuen Primarschulhaus entstehen Klassenzimmer und Gruppenräume, Lehrer- und Besprechungszimmer, Spezialräume für Musik, Textiles Werken. Die Räume werden teilweise von der Oberstufe im Seetalschulhaus mitbenutzt. Neubau und das bestehende Schulhaus werden barrierefrei erschlossen. Trotz Freude am Projekt, Stimmen aus dem Publikum verlangten, dass «an den Kosten von 13,9 Mio. noch gearbeitet werden müsse».

An der Gemeindeversammlung am 21. November hat die Bevölkerung vorerst über einen Projektierungskredit von 1,3 Mio. Franken zu befinden. Der Realisationsplan des Gemeinderates ist ehrgeizig: Im Sommer 2015 will er das Baugesuch einreichen und parallel die Submission der Haupthandwerker durchführen. Hediger rechnet nicht damit, das Bauprojekt bereits an der Wintergmeind in einem Jahr vorlegen zu können.

Deshalb wird auf März 2016 eine ausserordentliche Gemeindeversammlung geplant. Bereits einen Monat später sollen die Bagger auffahren. Im August 2017 sollen die Schüler in die neuen Räume ziehen können. Übrigens: «Ferdinand» symbolisiert laut Architekt Schmid eines der Kinder, die dereinst ins neue Schulhaus gehen werden.

Aktuelle Nachrichten