Seengen

Neues Schulhaus in Seengen: Kaiman gegen Polifonia chancenlos

Der zweigeschossige Lichthof ist das Kernstück des Schulhauses 5. Er garantiert eine optimale Belichtung des Gebäudes. Visualisierung: zvg

Der zweigeschossige Lichthof ist das Kernstück des Schulhauses 5. Er garantiert eine optimale Belichtung des Gebäudes. Visualisierung: zvg

Ein Zürcher Architekturbüro gewinnt den Wettbewerb für das neue Schulhaus in Seengen.

Im Gegensatz zum vermeintlichen Reptil im Hallwilersee, das die Region im Sommer in die Schlagzeilen brachte, sorgte das Projekt mit dem Namen «Kaiman» beim Wettbewerb für das neue Seenger Schulhaus für weniger Aufregung.

In einem zweistufigen Verfahren waren acht Büros zur Teilnahme am Projektwettbewerb eingeladen worden. Der Siegerbeitrag im anonymen Wettbewerbsverfahren ist mit «Polifonia» getitelt. Der Entwurf stammt von Bernhard Maurer und Eleonora Bassi vom Architekturbüro Bernhard Maurer GmbH aus Zürich. «Polifonia steht für Vielstimmigkeit und weist auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der geplanten neuen Schulräume hin», erklärte Bernhard Maurer an der Vernissage am Montagabend.

Tatsächlich: Auch wenn die Rede von einem neuen Schulhaus ist, will Seengen ein multifunktionales Haus bauen, betonte Gemeindeammann Jörg Bruder. «Ausserhalb der Schulzeit sollen die Räume von Vereinen und für Veranstaltungen genutzt werden.» Auch der geplante neue Musiksaal soll «zusätzlich Platz für etwas Grösseres bieten», so Bruder.

Die zweistöckige Baute, die Nummer fünf im Seenger Schulbauensemble, beinhaltet Räume für die Musikschule, die Tagesstrukturen, den Lernort, die Schulsozialarbeit sowie Luftschutzkeller für den Bevölkerungsschutz. «Polifonia» habe die Jury durch die klare, einfache architektonische Form beeindruckt, erklärte Eli Wengenmaier, im Gemeinderat zuständig für Hochbau und Gemeindeliegenschaften.

Das Projekt habe bestochen mit seinem zweigeschossigen Lichthof und dem grosszügigen, überhohen Musiksaal mit einer optimalen Raumakustik, der sich bestens eigne für musikalische Anlässe.

Die Architekten waren gefordert: Der Neubau soll sich nämlich in die gewachsene Schulanlage Pfrundgarten und ins historische Ortsbild mit Gasthof Bären und Burgturm einfügen. Maurer und Bassi wählten als Standort für das neue Gebäude die Fläche zwischen dem bestehenden Schulhaus 3 und dem historischen Burgturm. Die Burgturmscheune und der heutige Pavillon werden abgebrochen.

Mit diesem Vorgehen kann laut Architekt Maurer «der Burgturm freigespielt werden». Der historische Fussabdruck soll jedoch mit dem neuen Schulhaus 5 gewahrt bleiben: Die hinterlüftete Fassade aus sägerauem, vorvergrautem Fichtenholz am Neubau ist Maurer zufolge «eine kleine Geste an das, was es an diesem Ort schon gegeben hat».

Neubau kostet rund 7,5 Millionen Franken

Das Bauprojekt in Seengen ist für das Zürcher Architekturbüro eine Premiere in der Region. Erst kürzlich habe man ein grosses Schulhausprojekt in Romanshorn realisiert, erzählen die Architekten.

Der Terminplan für den Schulhausneubau ist ambitiös. «Am 15. November wollen wir ein erstes positives Signal bei der Bevölkerung abholen», sagte Ammann Bruder. An der Wintergmeind in einem Monat ist ein Projektierungskredit von 586 000 Franken traktandiert. Im gleichen Takt soll es anschliessend weitergehen: Bereits in einem Jahr will der Gemeinderat dem Souverän den Baukredit vorlegen. Baustart ist für 2021 vorgesehen.

Laut Botschaft rechnet Seengen mit Baukosten von rund 7,5 Millionen Franken. Der Gemeinderat hält in der Vorlage fest, dass das Schulhaus «finanziell tragbar ist und zu keiner Erhöhung des Steuerfusses führen wird».

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