Seengen

Noch keine Einwendungen: Der neue Dorfkern ist auf Kurs

Die Poststrasse und der Dorfkern von Seengen im letzten März.

Die Poststrasse und der Dorfkern von Seengen im letzten März.

Die Sondernutzungsplanung für das Zentrum ist bis jetzt ohne Einwendungen.

Bis gestern lag die neue Sondernutzungsplanung für die Gestaltung des Dorfkerns von Seengen öffentlich auf. «Bis dahin ist noch keine Einwendung eingegangen», sagt Gemeindeschreiber Hans Schlatter. Weil der Poststempel zählt, kann sich das bis etwa Ende Woche allerdings noch ändern.

Zuvor sind während dem Mitwirkungsverfahren fünf Eingaben gemacht worden. Bei allen fünf zeigte die Gemeinde Entgegenkommen. So soll an der Altackerstrasse eine neue Baulinie es möglich machen, dass ein 1.24 Meter breiter Gehweg bei Bedarf auf 1,50 Meter verbreitert werden kann. Weil für diese Verbreiterung aber im anliegenden Vorgarten zwei Bäume gefällt werden müssten, «könnte auf eine Strassenlinie verzichtet werden», beschied die Gemeinde.
Auch den weiteren Bewohnern, die Verschiebungen von Baulinien vorgeschlagen haben, gab die Gemeinde teilweise recht. Einzige Ausnahme ist eine Anwohnerin, die befürchtete, dass sie die Fusswege und einen Hauseingang womöglich nicht mehr überarbeiten könnte, wenn die neue Baulinie diese Bereiche aus der Bauzone nimmt. Doch weil bauliche Anpassungen der Aussenbereiche durch die Baulinie laut Gemeinde nicht ausgeschlossen werden, war hier ein Entgegenkommen gar nicht nötig. Einer allfälligen Anpassung für einen Rollstuhl stünde damit auch nach der Revision nichts im Weg.

Hintergrund der Auflage ist die Revision des kommunalen Überbauungsplans «Ortskernplanung». Er ist seit 1994 in Kraft und wird nun aktualisiert. Sein Hauptaugenmerk liegt auf dem Abstand von Gebäuden zu den Strassen. «Je präziser der Strassenraum definiert ist, desto kontrollierter fliesst der Verkehr», sagte der damalige Gemeinderat Gianni Asquini bereits letzten Sommer gegenüber der AZ.

Parkplätze verlagern

Grundsätzlich gilt für Häuser an Kantonsstrassen ein Abstand von mindestens sechs Metern, während an Quartierstrassen auch geringere Abstände möglich sind. Das führe in Seengen vereinzelt dazu, dass der grosse verlangte Abstand zur Kantonsstrasse zum Beispiel für Parkplätze genutzt wird, führt die Gemeinde in den Unterlagen aus. In der Kernzone sollen deshalb in Zukunft auch kleinere Abstände zur Kantonsstrasse möglich sein. So will die Gemeinde Seengen erreichen, dass Parkplätze wieder vermehrt von den Hauptverkehrsadern abgewandt an die Quartierstrassen gebaut werden, damit der Verkehr auch auf der Kantonsstrasse flüssiger und sicherer wird.

Geht das Einwendungsverfahren ohne eine Einwendung vorüber, muss anschliessend noch der Kanton der revidierten Sondernutzungsplanung zustimmen. «Wenn es weiter keine Einwendungen gibt, dann hoffen wir, dass die neue Planung bis im Sommer rechtskräftig wird», sagt Gemeindeschreiber Hans Schlatter.

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