Lenzburg

Ortsbürger sorgen für mehr Platz für Museum Burghalde und Bauamt

Im Seifi-Lagerhaus sollen Räume für Museum Burghalde und Bauamt umgebaut werden. HH.

Im Seifi-Lagerhaus sollen Räume für Museum Burghalde und Bauamt umgebaut werden. HH.

Zwei Umbau-Projekte im Seifi-Areal kommen vor die ausserordentliche Ortsbürger-Gemeindeversammlung. In der ehemaligen Seifenfabrik soll das Museum Burghalde und das Bauamt mehr Platz erhalten.

Wird die Brockenstube «Seifenkiste» im Seifi-Areal bald Gesellschaft erhalten? Im Erdgeschoss des westlichen Vorbaus der ehemaligen Seifenfabrik ist ein bescheidener Umbau vorgesehen, welcher in zwei Räumen die Bedürfnisse von Museum Burghalde und Bauamt decken sowie weitere Nutzungen möglich machen wird. Darüber sowie den Umbau der Obergeschosse des Hirzelhauses soll am 16. Februar 2011 eine ausserordentliche Versammlung der Ortsbürgergemeinde befinden.

Schenkung des «Hero-Archivs»

Auslöser für das Museums-Projekt ist die Schenkung des umfangreichen, wirtschaftsgeschichtlich äusserst wertvollen «Hero-Archivs» an das Museum Burghalde, welches zum 125-Jahr-Jubiläum und zur Neubau-Einweihung der Lenzburger Konservenfabrik diesen Sommer eine Wechselausstellung zur Firmengeschichte präsentieren will, die später zur wesentlichen Erweiterung der Abteilung Industriegeschichte dienen soll.

Die Bedeutung dieser bis Ende 2012 dauernden Ausstellung mit überregionaler Ausstrahlung wird durch den fünfstelligen Beitrag der kantonalen Abteilung Kultur unterstrichen.

Der Ausstellungsraum im Dachgeschoss der alten Burghalde ist zu knapp für eine gebührende Präsentation des umfangreichen Archivmaterials wie zum Beispiel der herausragenden Kollektion an Werbeplakaten. Weil die ehemalige Seifenfabrik Lenzburg in unmittelbarer Nachbarschaft des Burghalde-Museums steht, sei es «in besonderer Weise für eine industriegeschichtliche Ausstellung geeignet», hält der Stadtrat in der ausführlichen Vorlage an die Ortsbürger fest.

Die Behörden weisen aber auch darauf hin, dass die Investition des Umbaus «längerfristigen Charakter» haben müsse. Deshalb wird die Lokalität so eingerichtet, dass eine polyvalente Nutzung möglich wird. Das heisst, dass in Zukunft weitere Veranstaltungen für die Öffentlichkeit hier stattfinden können.

Das kann im Rahmen einer betrieblichen Weiterentwicklung des Museums für spätere Grossausstellungen und museumspädagogische Aktivitäten wie Workshops oder gar die Optimierung der Urgeschichtswerkstatt erfolgen.

Insbesondere meldet aber auch das Bauamt seine Bedürfnisse an: zum Beispiel für das Stadtmodell im Massstab 1:500, ein 72 Quadratmeter umfassendes 16-teiliges Gebilde, welches der Stadtplanung als aktives Arbeitsinstrument für die Architekturwettbewerbe dient. Deren Resultate könnten der Öffentlichkeit im gleichen Umfeld präsentiert werden. Die momentan bestehenden Ausstellungsräume stehen bald nicht mehr zur Verfügung: Das ehemalige Hero-Wohlfahrtshaus wird umgenutzt, die Mühlematt-Turnhalle abgebrochen.

Synergien für das Stadtmodell sieht der Stadtrat auch durch den Einbezug in die Vermittlungsarbeit des Museums: «Eine interessante Zukunftsperspektive.» Das gilt auch für weitere länger dauernde mittelgrosse Veranstaltungen wie Kunstausstellungen, Wettbewerbe oder Kurse, Vorträge, Sitzungen usw. Dafür stehen die technischen Voraussetzungen nach dem Umbau zur Verfügung, «jedoch behält der Ort den Charakter einer Werkstatt».

Das Umbauprojekt für die zwei frei werdenden Räume von zusammen 130 Quadratmetern beinhaltet die Erschliessung des Gebäudes durch einen neuen Zugang auf der Westseite, inklusive Aussentreppe und Vordach (dafür fallen einige Seifi-Parkplätze weg), den Abbruch einiger Wände, die Reparatur der Böden, die Sanierung der Sanitäranlage, eine Garderobe und vor allem die Erneuerung der Elektroanlagen mit Lichtschienen und Beleuchtungskörpern sowie Internetanschluss.

Die Heizung erfolgt ab bestehender Fernwärme. Der Kostenvoranschlag lautet auf 120 000 Franken, man erwartet andererseits neue Mieteinnahmen (Einwohnergemeinde und Dritte). Der Betrag kann, so der Stadtrat, «als wertvermehrende Investition ins Lagerhaus betrachtet werden».

Umbauten im Hirzelhaus

Bei der Übernahme des zur Seifenfabrik gehörenden Hirzelhauses wurden im 1. und 2.Obergeschoss Räume für ein Anwaltsbüro eingebaut, im Erdgeschoss die Forstdienste Lenzia platziert und im Dachgeschoss eine Wohnung realisiert. Nach Aufhebung des Anwaltsbüros ist nun vorgesehen, das 2.Obergeschoss in eine Wohnung umzubauen, der 1.Stock bleibt Büro. Das bedingt die Demontage der internen Verbindungstreppe zwischen den Geschossen und die Sanierung der Räume. Die Umbaukosten belaufen sich hier auf 100 000 Franken.

Meistgesehen

Artboard 1