Die Gründung der Publis Public Info Service in Lenzburg geht auf das Jahr 2001 zurück. Die Idee: Den Wildwuchs an unterschiedlichsten Informatik-Lösungen in den Gemeinden eindämmen und zu einer Vereinheitlichung beitragen. So werden die Prozesse überschaubar, die gemeindeübergreifende Kommunikation einfacher und der Unterhalt der Lösungen günstiger. Doch schon 2007 stieg der Kanton wieder aus dem Projekt aus, fünf Jahre später schrieb das Magazin «Die Volkswirtschaft», der Ausstieg sei erfolgt, weil «keine kantonale Aufgabe mehr zu erfüllen war oder eine Anpassung an geänderte Rahmenbedingungen angezeigt war.» Erst letzten Sommer beschlossen die beiden Städte Aarau und Baden den Aufbau einer gemeinsamen Informatikabteilung, um untereinander Synergien zu schaffen. Die beiden Städte wünschen sich den Anschluss weiterer Gemeinden an ihr Projekt. Nun kommen also auch die Aktien von Othmarsingen auf den Prüfstand. Denn die angestrebte Standardisierung habe einen grossen Teil der Aargauer Gemeinden nicht überzeugen können, schreibt der Gemeinderat in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung vom 23. November. Aktuell seien noch 63 der 211 Aargauer Gemeinden am Unternehmen beteiligt (30 Prozent).

Seit der Einführung der vom Bund vorgegebenen Geschäftsverwaltung GEVER habe sich das Geschäftsfeld der Publis Public Info Service ausserdem in verschiedene Beratungsdienstleistungen für Gemeinden verlagert. Dazu zählt etwa das Erstellen von Verwaltungsberichten, die Analyse der Finanzen oder die Unterstützung bei der Einführung der Bundeslösung GEVER. Geschäftsführer ist seit 2007 Gérald Strub, FDP-Grossrat und Gemeindeammann von Boniswil. Othmarsingens Beteiligung mit Aktien im Wert von 5000 Franken verpflichtet die Gemeinde zusätzlich zu jährlichen Betriebsbeiträgen über 3000 Franken. Das bringe zwar Vergünstigungen für den Einkauf von Dienstleistungen mit sich, diese stünden aber in keinem Verhältnis zu den finanziellen Aufwendungen Othmarsingens, argumentiert der Gemeinderat. Deshalb beantragt er per Ende Jahr den Verzicht auf die Aktienbeteiligung.

Den Friedhof flottmachen

Weiter möchte die Gemeinde den in die Jahre gekommenen Friedhof einer Neugestaltung unterziehen. In den nächsten 25 Jahren werden ausserdem bis zu 270 zusätzliche Gemeinschaftsgräber benötigt. Deshalb soll eine in diesen Wochen wegen Grabräumungen frei werdende Rasenfläche neu für Urnenbeisetzungen zurechtgemacht werden. Weiter sei das bestehende Urnenplattengrab in einem so schlechten Zustand, dass wiederholt Beschwerden eingegangen sind. Es soll deshalb mit Rosen und einem neuen Gehbelag aufgewertet werden. Dazu sind weitere Bepflanzungen, eine Bank und andere kleine Aufwertungen vorgesehen. Insgesamt kommt die Gemeinde auf Kosten von 195 000 Franken und legt der Bevölkerung einen entsprechenden Verpflichtungskredit zur Genehmigung vor.
Das Budget für 2019 plant Othmarsingen mit einem unveränderten Steuerfuss von 107 Prozent, etwas höheren Steuereinnahmen und einem Aufwandüberschuss von 374 000 Franken, der über die Reserven ausgeglichen wird. Und schliesslich wird auch Othmarsingen über die Gesamtrevision der Satzungen des Regionalplanungsverbands Unteres Bünztal (10 Gemeinden) abstimmen. (MIK)