Egliswil

Präsident des Naturschutzvereins: «Hecken sind wichtig für Vögel, viele haben dort ihre Brutplätze»

Unter fachkundiger Führung packen Gross und Klein mit an. Am Bündtenbach werden Kopfweiden geschnitten. (Sibylle Haltiner)

Unter fachkundiger Führung packen Gross und Klein mit an. Am Bündtenbach werden Kopfweiden geschnitten. (Sibylle Haltiner)

Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins Egliswil haben Hecken gestutzt und dabei wichtigen Lebensraum für Vögel geschaffen.

Der Natur- und Vogelschutzverein Egliswil ist in einer komfortablen Lage: Er zählt 130 Mitglieder und an den Arbeitstagen versammeln sich immer rund 20 Helferinnen und Helfer. So auch am Samstag, als Heckenpflege auf dem Programm stand. «Hecken sind wichtig für Vögel, viele haben dort ihre Brutplätze», erklärte Thomas Thut, Präsident des Vereins. «Man muss sie aber richtig pflegen, damit nicht einzelne Baum- oder Straucharten überhandnehmen.» Das ist nämlich bei der Hecke, die am Samstag gestutzt wurde, der Fall. «Sie besteht vorwiegend aus Haselsträuchern», so Thut. Zudem sollten an verschiedenen Bächen Kopfweiden zurückgeschnitten werden.

20 Vereinsmitglieder und zwei Kinder trafen sich am Samstagmorgen beim Gemeindehaus. Sie waren gut ausgerüstet mit Sägen und Baumscheren. «Mit der Motorsäge arbeiten darf nur, wer eine Schnitthose trägt», rief Thut in Erinnerung. Einige Helferinnen und Helfer machten sich auf zum Bündtenbach, um die Weiden zu schneiden. Die meisten begaben sich zum Hof «Schneekasten», wo die Hecke steht, die ausgelichtet werden sollte. Dort dirigierte Rosmarie Wehrli die Männer an den Motorsägen. Die 70-Jährige kennt sich aus in der Natur. Sie arbeitete früher im Forst und an Naturschutzprojekten. Sie half bei der Auswahl der richtigen Bäume und Sträucher, die umgehauen werden sollten. «Die hohen Äste dort gehören zu einem Weissdorn, den musst du stehen lassen», wies sie einen Helfer an.

Auch Präsident Thomas Thut (Bild rechts) schleppt Äste. (Sibylle Haltiner)

Auch Präsident Thomas Thut (Bild rechts) schleppt Äste. (Sibylle Haltiner)

Wer nicht mit der Säge arbeitete, zog die abgeschnittenen Äste aus der Hecke heraus und schichtete sie zu Haufen auf. «Das ist eine sinnvolle Arbeit für die Natur und die Vögel», meinte Esther Thut. Auch die 37-jährige Sozialpädagogin Karin Kandlbinder findet es wichtig, etwas für die Natur zu tun. «Dazu kommt, dass hier lässige Leute dabei sind und man auch viel Spass hat. So kann man das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden», erklärte sie. Ramona Flury hatte ihren 10-jährigen Sohn mitgebracht und sagte: «Ich möchte ihm zeigen, dass man etwas tun muss, damit es in der Natur klappt.»

Der Natur- und Vogelschutzverein Egliswil unterstützt oft Private bei der Heckenpflege, die viele helfende Hände benötigt. Oft frage auch der Forst um Unterstützung bei der Waldrand- oder Weiherpflege an, erklärte Thomas Thut. Mindestens zwei Arbeitstage werden pro Jahr durchgeführt, dazu kommt ein Einsatz gegen Neophyten. Immer werden die Helfenden anschliessend in der Vogelschutzhütte zu einem Imbiss eingeladen. «Das Gesellschaftliche ist in unserem Verein wichtig», so Präsident Thut. Und auch der Nachwuchs wird mit einbezogen.

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