Seetal
Regierung entscheidet über Bezirksschulstandorte

Weder Fahrwangen, Seengen noch Seon wollen auf ihre "Bez" verzichten. Deshalb wandert das Dossier nun nach Aarau.

Fritz Thut
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Eine der drei Seetaler Bezirksschulen wird geschlossen. Welche, entscheidet nun der Kanton.

Eine der drei Seetaler Bezirksschulen wird geschlossen. Welche, entscheidet nun der Kanton.

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Keiner der bisherigen drei Standorte einer Bezirksschule im Seetal will seine «Bez» freiwillig hergeben. Jetzt muss der Regierungsrat entscheiden, welche Gemeinde aus dem Trio Fahrwangen, Seengen und Seon in den offensichtlich sauren Apfel beissen muss.

Gemäss den Auflagen des Kantons müssen an jedem Bezirksschul-Standort ab 2022 alle drei Klassen doppelt geführt werden. Gemäss dieser Doktrin muss im Seetal auf diesen Termin «mindestens eine Bezirksschule» (so Bildungsdirektor Alex Hürzeler) geschlossen werden.

Niemand verzichtet freiwillig

Im Seetal wollte man eigentlich den Entscheid über die Schliessung nicht dem fernen «Aarau» überlassen. Die Verantwortlichen haben sich zusammengerauft und vor anderthalb Jahren eine breit abgestützte Arbeitsgruppe mitsamt fachlicher Unterstützung eingesetzt.

Die verschiedenen Fakten über zu erwartende Schülerzahlen, vorhandene Infrastruktur (Schulräume) und Schulwege wurden zusammengetragen. Im weiteren wurden die Auswirkungen zusammengestellt, wenn man einen Standort weglässt. Schon bald zeigte sich, dass sich «keine eindeutige Vorzugsvariante» herauskristallisierte (az vom 21. Juni 2016).

Über den Sommer und Herbst hatten die drei Standortgemeinden die Chance, anhand der nun vollständig auf dem Tisch liegenden Daten, nochmals einen allfälligen Verzicht zu prüfen. Niemand verzichtete freiwillig. «Nicht ganz wider Erwarten», kommentierte der Seenger Gemeindeammann Jörg Bruder gestern Nachmittag an einer Medienorientierung diese Rückmeldungen.

Der Standort Fahrwangen sprach sich für die Standorte Fahrwangen und Seengen aus, Seengen für Seengen und Seon und Seon ebenfalls für Seengen und Seon. Nach dieser – eigentlich erwarteten – Patt-Situation hat sich die Arbeitsgruppe an ihrer letzten Sitzung entschieden, den Ball an den Regierungsrat weiter zu spielen.

Wunsch auf schnellen Entscheid

Dies geschieht mit einem Schreiben, dem der Schlussbericht «Mögliche Entwicklungsvarianten», alle Protokolle der Arbeitsgruppe und die entsprechenden Protokollauszüge der Standortgemeinden beigelegt sind.

Im Schreiben wünschen die Seetaler Gemeinden, dass sich doch der Regierungsrat möglichst schnell, am liebsten bis Mitte 2017, entscheiden möge. «Natürlich haben wir keinen Einfluss auf die Arbeitsweise der Regierung, aber wir drücken aufs Tempo, vor allem weil ja alle Entscheidungsgrundlagen vorliegen», so Bruder.

Patrick Fischer, der Fahrwanger Gemeindeammann doppelt nach: «Es gibt noch Verträge, die aufgelöst oder angepasst werden müssen. Wenn wir früh Klarheit haben, ist bis 2022 alles sauber geregelt.» Den Ammännern der drei Standortgemeinden ist der schnell Entscheid wichtig, damit die Unsicherheit bei Schülern, Eltern und vor allem den Lehrkräften möglichst klein bleibt.

Wissen die Seetaler Gemeinden (total sind deren elf involviert), wie die Situation bei der Bez aussieht, kann man sich um gute Folgelösungen für die andern Leistungszüge (Sek/Real) kümmern. Heinz Bürki, Gemeindeammann von Seon, macht sich keine Illusionen: «Es ist wahrscheinlich, dass künftig nicht mehr alle Schüler eines Dorfes am gleichen Ort zur Schule gehen.»

Keine Makulatur

Rund 24 Mitglieder, 18 Monate Arbeit, 6 Sitzungen, ein 32-seitiger Schlussbericht, aber ein Null-Entscheid. War die Arbeitsgruppe Seetaler Bezirksschulstandorte ein Flop? Präsident Bruder verneint. «Der Schlussbericht ist nicht Makulatur, sondern enthält alles Wichtige. Damit sind wir dem Zeitplan rund vier Jahre voraus.»

Damit dies aber tatsächlich eintreten wird, muss nun noch der Regierungsrat mitspielen.

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