Lenzburg

Restaurant statt Skilager: Daheimgebliebene entdecken die Freude am Kochen

Auch für die Schülerinnen und Schüler, die nicht mit ins Skilager kommen, gibt es spannende Angebote. In der Projektwoche der Hauswirtschaftsschule wird die Kochschule dieses Jahr zum Restaurant.

Aldian weint. Dabei steht er freiwillig in der Küche der Hauswirtschaftsschule am Mattenweg. Grund für die Tränen sind die Zwiebeln, die er schneiden muss. Mit zwei Freundinnen hat er sich für die Projektwoche Res(s)taurant angemeldet.

Ungefähr zwanzig Oberstufenschülerinnen und -schüler kochen jeden Tag ein Viergangmenü für Gäste; die Schule wird über den Mittag zum Restaurant. «Man muss in dieser Projektwoche viel arbeiten», sagt Aldian. «Aber es geht schon.» Er ist für den Salat zuständig.

An seiner Station wird für die Schüler gekocht, das Essen muss schon um halb elf Uhr fertig sein. Lea schlägt den Rahm für das Dessert. Eine Kochinsel weiter schneiden zwei Mädchen Karotten. Dabei ist die Rüeblisuppe schon fertig im Topf, verfeinert mit etwas Rahm. «Wir kochen für morgen», klären sie auf.

Nebenan sticht eine Kollegin aus einem Apfel Kugeln fürs Dessert aus. Aus einem Gefäss duftet es nach gerösteten Haselnüssen, die zu einer Glace werden. Sogar die Amaretti für den Kaffee machen die Schüler selber. Nur der Pastateig für die Süsskartoffelravioli ist gekauft.

Die Projektwoche in der Hauswirtschaftsschule gibt es seit fünf Jahren und sie ist jedes Jahr gut besucht. «Ich finde es wichtig, dass es auch für Daheimgebliebene gute Angebote gibt», sagt Hauswirtschaftslehrerin Claudia Casarramona, welche die Projektwoche mit ihrer Kollegin Jacqueline von Burg ins Leben gerufen hat. Schliesslich können nicht alle ins Skilager. «Zum Beispiel Kinder mit Migrationshintergrund, die mit ihren Familien nicht schon seit klein auf Ski gefahren sind.»

Das Menu im Res(s)taurant bleibt die ganze Woche das gleiche, so wird den jungen Köchen die Arbeit erleichtert. Ein Mädchen schneidet Pilze für die Pilztartelettes zur Vorspeise – zwei ganze Kisten voll. Casarramona zeigt, wie es geht. Mühelos schneidet sie die Champignons und Shiitaken in gleichmässige, dünne Streifen.

In Zukunft wird sie weniger Gelegenheit zum Vorzeigen haben. Mit dem Lehrplan 21 wird sich ihr Fach grundlegend verändern. «Es bleibt viel weniger Zeit für das Praktische. Es wird nicht mehr der Beruf sein, den ich bis jetzt hatte.» Die Lektionen werden zusammengekürzt, der vierstündige Koch-Block findet nur noch ein halbes Jahr statt. Sie hofft, dass sie auch unter diesen Bedingungen die Freude am Kochen weitergeben kann.

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