Steuerfusserhöhung

Rupperswil beisst in den sauren Apfel

Rupperswil ist in den letzten Jahren stark gewachsen – und wird das auch 2018 tun. Der Gemeinderat rechnet mit einer Bevölkerungszunahme von 120 auf 5600 Personen.

Rupperswil ist in den letzten Jahren stark gewachsen – und wird das auch 2018 tun. Der Gemeinderat rechnet mit einer Bevölkerungszunahme von 120 auf 5600 Personen.

Im zweiten Anlauf genehmigten die Stimmbürger von Rupperswil mit 128 zu 6 Stimmen eine Steuerfusserhöhung von 5 auf 97 Prozent.

Rupperswil ist die letzte Aargauer Gemeinde, die für das Jahr 2018 ein Budget hat. Sie ist aber auch die erste Gemeinde, die in der neuen Legislatur eine Gemeindeversammlung durchführte. Und ihr im Herbst überraschend gewählter Daniel Marti (CVP) ist der erste neue Aargauer Gemeinderat, der an einer Gemeindeversammlung einen Auftritt hatte. Als Finanzminister brauchte er allerdings noch die Hilfe von Gemeindeammann Rudolf Hediger (SVP): Schliesslich war er bei der Erarbeitung des ersten, im November abgelehnten Voranschlags noch nicht dabei. Und bei der Überarbeitung fehlte der 29-Jährige einen Monat lang wegen Militärdienstes.

Rupperswil ist in den letzten Jahren stark gewachsen – und wird das auch 2018 tun. Der Gemeinderat rechnet mit einer Bevölkerungszunahme von 120 auf 5600 Personen. Das Wachstum hat aber nicht zu einer Erhöhung der Steuerkraft pro Einwohner geführt. Im Gegenteil: Sie ist in den letzten Jahren von 2300 auf 2100 Franken gesunken. In Kombination mit grossen Investitionen, etwa in Schulanlagen, hat das die Gemeinde in eine schwierige finanzielle Lage gebracht. Sie schreibt in der laufenden Rechnung rote Zahlen. Und das noch einige Zeit.

«Wir gehen davon aus, dass wir erst im Jahr 2022 wieder einen Ertragsüberschuss haben werden», erklärte Gemeindeammann Hediger vor den 147 Teilnehmern (Stimmbeteiligung 4 Prozent) an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Im November hatte der Souverän eine Steuererhöhung um 7 Prozent abgelehnt (inklusive dem nicht gewährten Steuerfussabtausch). Am Freitagabend beantragte der Gemeinderat 5 Prozent – allerdings in Kombination mit einem weiteren Sparprogramm in der Höhe von 233 000 Franken. In Rupperswil werden die Rasen nicht mehr so oft gemäht, die Schulreise führt nur noch an den Hallwilersee statt aufs Jungfraujoch, die Holzbrücke über die T5 wird nur notdürftig saniert – solche kleine Massnahmen summieren sich. Etwas Hilfe gabs zudem aus dem Bereich Soziale Sicherheit: Die Gemeinde kann bei einem Sozialfall mit einer Rückerstattung von 50 000 Franken rechnen.

Nachdem sich der Präsident der Finanzkommission und ein Vertreter der Schulpflege hinter die Vorschläge des Gemeinderates gestellt hatten und es kein negatives Votum gab, war die deutliche Annahme des überarbeiteten Budgets keine Überraschung.

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