Trinkwasser

Rupperswil, Hunzenschwil und Staufen planen ein Grundwasserpumpwerk auf Buchser Boden

Das Versorgungskonzept basierend auf dem neuen Pumpwerk Länzert (l.). STPW heisst Stufenpumpwerk.Karte: Ingenieurbüro K. Lienhard AG, Buchs

Das Versorgungskonzept basierend auf dem neuen Pumpwerk Länzert (l.). STPW heisst Stufenpumpwerk.Karte: Ingenieurbüro K. Lienhard AG, Buchs

Die Gemeinde Rupperswil hat ein Trinkwasser-Problem. Aber sie ist für dessen Lösung dank der Natur in einer komfortablen Ausgangslage – und hat dabei mit Hunzenschwil und Staufen erst noch zwei Partner. Mehr noch: Wenn es gelingt, das an einer Orientierungsversammlung vorgestellte Konzept zu realisieren, steigt die Versorgungssicherheit in einem grossen Teil des Aargau – bis hinauf nach Wohlen.

In einem ersten Schritt müssen die drei Gemeindeversammlungen einen Projektierungskredit von total 580'000 Franken bewilligen. In Rupperswil schon am 2. September. Die Ingenieure rechnen auf der Basis einer Schätzung mit Gesamtinvestitionen von etwa 7 Millionen Franken. Im besten Fall kann das Grundwasserpumpwerk 2025 in Betrieb genommen werden.

Pumpe Martiloo muss bald abgestellt werden

Wegen Problemen mit der Grundwasserschutzzone darf das bisherige Rupperswiler Pumpwerk Martiloo nur noch bis 2023 betrieben werden – es sei denn, der Kanton würde die Konzession ein weiteres Mal verlängern, weil eine neue Anlage im Bau ist. Hunzenschwil hat sein Wasser schon bisher aus Rupperswil bezogen – und das flache Rupperswil hat sein Reservoir auf dem Hunzenschwiler Lotten. Die Beziehungen sind also schon eng, sie sollen noch vertieft werden, indem Hunzenschwil künftig nicht nur für das gelieferte Wasser zahlt, sondern Mitbesitzer der Anlagen wird – ebenso wie Staufen, das neu dazustösst. Staufen hat das gleiche Problem wie Rupperswil: Sein Pumpwerk Bleichematt befindet sich in bebautem Gebiet, und es ist nicht möglich, den heutigen Gesetzen entsprechende Schutzzonen auszuscheiden.

Zwei Grundwasserseen unter einem Dorf

Unter Rupperswil hat es zwei grosse Grundwasservorkommen: die Grundwasserschutzareale Suret (gespeist aus dem Suhrental) und Länzert (gespeist aus dem Seetal).

Das Areal Länzert wird heute bereits von den Gemeinden Lenzburg (SWL), Niederlenz, Schafisheim und Wohlen genutzt. Seine Bedeutung wird mit dem Projekt «Wasser 2035», der Schaffung einer Ringleitung im Bünz- und Reusstal mit über 20 angeschlossenen Gemeinden, noch steigen. Aktuell läuft eine Vernehmlassung über die Organisationsform. Neu ist nicht mehr eine Aktiengesellschaft, sondern eine interkommunale Anstalt (IKA) geplant.

Das Versorgungskonzept basierend auf dem neuen Pumpwerk Länzert (l.). STPW heisst Stufenpumpwerk.Karte: Ingenieurbüro K. Lienhard AG, Buchs

Das Versorgungskonzept basierend auf dem neuen Pumpwerk Länzert (l.). STPW heisst Stufenpumpwerk.Karte: Ingenieurbüro K. Lienhard AG, Buchs

Unter anderem im Hinblick auf «Wasser 2035» soll im Länzert mittelfristig das neue Grundwasserpumpwerk Zimberhübel entstehen. Ein kleiner Versuchsbrunnen ist bereits gebohrt worden.

Es entsteht ein grosser Wasserverbund

Rupperswil will nun das zweite Areal, das westlich des Dorfes gelegene Suret, neu erschliessen. Es liegt, obwohl sehr nahe an Rupperswil, zum Teil auf Buchser Boden. Der gemäss bisherigen Erkenntnissen optimale Standort gehört den Ortsbürgern Buchs. Sie haben gemäss dem Rupperswiler Gemeindeammann Rudolf Hediger ihr Einverständnis signalisiert – gegen einen Baurechtszins (das Wasser gehört dem Kanton). Das neue Grundwasserpumpwerk soll über bestehende und neue Leitungen mit Hunzenschwil und Staufen, aber auch dem Netz von Lenzburg (dereinst «Wasser 2035») verbunden werden. Das erhöht die Versorgungssicherheit. «Wir werden nicht mehr auf einen Grundwasserstrom angewiesen sein, sondern können von zwei profitieren», erklärt Hediger. Also: primär Suret, im Notfall Länzert.

An den Projektierungskredit müssen die Rupperswiler 175'000 Franken beisteuern. Hunzenschwil und Staufen sollen im November 139'000 respektive 266'000 Franken genehmigen. Die Bewilligung der Baukredite ist für die Sommergemeindeversammlungen 2022 geplant.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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