Lenzburg

Selfiebox, Aquarium, Toilette, Gebetsstätte?: Das grosse Geheimnis um die stillgelegten Telefonkabinen

Die drei Telefonzellen der Stadt sind mit Geschenkpapier verhüllt.

Die drei Telefonzellen der Stadt sind mit Geschenkpapier verhüllt.

Die gute alte Telefonkabine ist überflüssig geworden. Smartphones haben das Publifon verdrängt. Was planen Stadt und SWL mit den stillgelegten öffentlichen Telefonzellen? Die Stadt hat Swisscom gesagt, dass man allenfalls eine Nutzung habe.

Seit letztem Jahr betreibt die Swisscom keine öffentlichen Telefone mehr, die Häuschen werden sukzessive abmontiert und weggeführt. Im Kanton Aargau sind 157 Standorte davon betroffen. Doch nicht überall wartet das gleiche Schicksal auf die einstigen öffentlichen Telefone, vielerorts werden die einst geschätzten Telefonhäuschen stehengelassen und neuen Nutzungen zugeführt: Beliebt sind Büchertauschbörsen, aber auch Mini-Galerien oder Werbeboxen. Im Internet finden sich die verrücktesten Ideen für eine neue Nutzung der ehemaligen Telefonzellen: Selfiebox, Aquarium, Toilette oder öffentliche Gebetsstätte gehören dazu.

Auch in der Stadt Lenzburg will man die Telefonkabinen nicht einfach auf den Müllhaufen der Geschichte deponieren und hat offenbar Pläne für eine neue Nutzung. Seit einiger Zeit sind die Kabinen auf dem Seifi-Parkplatz, auf dem Parkplatz an der Poststrasse und in «Kronen»-Nähe an der Ecke Leuengasse/Brättligäu in Geschenkpapier gewickelt, versehen mit einer grossen blauen Masche. Am riesigen Präsent angebracht ist ein weisses Papierband mit einem Schriftzug darauf. Bis vor kurzem waren es gute Wünsche zum Jahreswechsel von der Stadt Lenzburg und der SWL Energie AG. Das hat sich kürzlich geändert. Neuerdings steht da: «Eine Ära geht zu Ende, eine neue beginnt. Lassen Sie sich überraschen.»

Was jedoch mit den drei Häuschen auf städtischem Boden passieren soll, darüber wird derzeit noch ein Mantel des Stillschweigens gelegt. Das Projekt sei zur «Chefsache erklärt», heisst es auf der Stadtschreiberei auf Anfrage. Doch auch der zuständige Stadtrat Martin Stücheli gibt sich noch wortkarg. «Die Stadt Lenzburg hat der Swisscom gesagt, dass man allenfalls eine Nutzung für die Telefonhäuschen habe», sagt er. Ein Projektteam bestehend aus Mitarbeitenden der Verwaltung und der SWL Energie AG habe anschliessend Ideen gesucht. Viel mehr lässt sich Stücheli derzeit zur künftigen Verwendung der Zellen nicht entlocken. Nur so viel: «Die Häuschen bleiben an den drei bisherigen Standorten stehen.» Stadtrat Stücheli verspricht jedoch, das Geheimnis um die Zukunft der drei verpackten Telefonzellen bis spätestens in zwei Monaten zu lüften.

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