Seon
Gemeinderatswahlen: Das Rennen um den Posten als Vizeammann ist eröffnet

Die beiden Parteilosen Otto Walti und Peter Siegenthaler ziehen in den Gemeinderat ein, Vizeammann Erich Lüdi (FDP) muss überraschend gehen: Was die beiden Neuen zu ihrer Wahl sagen und wer von ihnen Lüdi als Vize beerben möchte.

Anja Suter und Valérie Jost
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Im Vorfeld der Wahlen «schmückten» Seon so viele Plakate wie schon lange nicht mehr.

Im Vorfeld der Wahlen «schmückten» Seon so viele Plakate wie schon lange nicht mehr.

Anja Suter

Es war ein überraschendes Ergebnis am Sonntag in Seon: Vizeammann Erich Lüdi (56, FDP) wurde nicht wiedergewählt. Lüdi sitzt seit 12 Jahren im Seener Gemeinderat. Er verpasste die Wiederwahl für die kommende Amtsperiode wegen fünf Stimmen. Lüdi wollte sich gegenüber der AZ nicht zu seiner Abwahl äussern. Wiedergewählt wurden derweil Gemeindeammann Hans Peter Dössegger (67, SVP), Markus Rihner (52, Die Mitte) und Christine Iten (29, FDP). Neu dazu stossen im Gemeinderat der Schreiner Otto Walti (58, parteilos) und Berufschullehrer Peter Siegenthaler (53, parteilos).

Es war eine «knappe Sache», sagt Otto Walti zu seiner Wahl in den Gemeinderat.

Es war eine «knappe Sache», sagt Otto Walti zu seiner Wahl in den Gemeinderat.

Anja Suter

Dass er gewählt wurde, habe er zuerst gar nicht glauben können. Aber langsam realisiere er es, sagt Otto Walti. «Ich freue mich aber sehr über diese Wahl», sagt er. Der parteilose Schreiner wurde am Sonntag mit 973 Stimmen in den Gemeinderat gewählt. Chancen auf einen Gemeinderatssitz habe er sich schon ausgerechnet, sagt Walti. «Sonst hätte ich nicht kandidiert.» Es sei jedoch eine «knappe Sache» gewesen, sagt er. Nicht gereicht hat es derweil für den Posten als Vizeammann im Dorf. Dort verpasste Walti das absolute Mehr um 43 Stimmen. Er werde auch im zweiten Wahlgang vom 26. September nochmals als Vizeammann antreten, sagt der 58-Jährige. «Wenn ich eine Entscheidung getroffen habe, ziehe ich das auch durch.» Nach der Wahl ging es für Walti zuerst an den Apéro. «Eigentlich wollte ich ja noch eine Stunde im Wald trainieren, aber das musste dann warten», erklärt er. Auch mit der Familie und den Nachbarn habe er seine Wahl noch gefeiert.

Einen bestimmten Ressortwunsch habe er bisher noch nicht, sagt Walti. «Das steht mir auch nicht zu. Aber es wäre natürlich schön, wenn es Ressorts wären, die mir von meinem Beruf her entsprechen.»

Mehr Stimmen als der Ammann: Kein Grund zu Stolz

Peter Siegenthaler, der ebenfalls neu in den Gemeinderat gewählt wurde, hofft derweil weiterhin auf das Schulressort. In diesem Bereich hat er als Berufsschullehrer und Schulpflege-Vizepräsident am meisten Erfahrung. Auch er ist glücklich mit dem Wahlsonntag: «Ich freue mich natürlich sehr über meine Wahl.» Gefeiert habe er im kleinen Kreis mit seiner Familie und bei einem Glas Wein mit dem Gemeinderat.

Peter Siegenthaler lässt offen, ob er jetzt vielleicht doch als Vizeammann antritt.

Peter Siegenthaler lässt offen, ob er jetzt vielleicht doch als Vizeammann antritt.

Valérie Jost

Mit 1177 machte Siegenthaler (parteilos) sogar 39 Gemeinderatsstimmen mehr als der wiedergewählte Ammann Hans Peter Dössegger (SVP). Darauf sei er aber nicht besonders stolz, so der 53-Jährige: «Als Ammann ist man sehr exponiert und macht sich logischerweise nicht nur Freunde.» Deshalb freue er sich über diesen Umstand nicht speziell, dafür über die vielen Stimmen im Allgemeinen.

Dass es den Vizeammann Erich Lüdi (FDP) seinen Gemeinderatssitz kostete, bedaure er: «Es ist bitter, auf diese Art abgewählt zu werden. Das hat er nicht verdient», so Siegenthaler. Doch der demokratische Entscheid des Stimmvolks sei zu akzeptieren. Ob er nun im zweiten Wahlgang allenfalls selbst als Vize antritt – vor der Wahl schloss er dies noch aus –, lässt er jetzt offen: «Dazu kann ich noch nichts sagen.»