Seon
Peter Siegenthaler tritt in Kampfwahl um Gemeinderatssitz in Seon an

Um einen Gemeinderatssitz für Seon kämpft neben fünf weiteren Kandidierenden auch Peter Siegenthaler. Der 53-jährige Berufsschullehrer will mit seiner Erfahrung im Bildungsressort punkten – und dieses wegen der Auflösung der Schulpflege am liebsten auch gleich übernehmen.

Valérie Jost
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Kandidiert für den Gemeinderat von Seon: Peter Siegenthaler, Berufsschullehrer und Vizepräsident der Schulpflege.

Kandidiert für den Gemeinderat von Seon: Peter Siegenthaler, Berufsschullehrer und Vizepräsident der Schulpflege.

Valérie Jost

«Konstruktiv, zielorientiert, kostenbewusst und engagiert»: So liest sich Peter Siegenthalers Wahlflyer. Der 53-Jährige kandidiert bei den kommenden Gesamterneuerungswahlen als Parteiloser für den Seener Gemeinderat. Momentan hat er noch das Amt des Schulpflege-Vizepräsidenten inne – da die Aufgaben der Schulpflege jedoch per Ende Jahr an den Gemeinderat übergehen, stellt sich der Berufsschullehrer in den Wahlen vom 13. Juni als Gemeinderat zur Verfügung.

Bis auf Edwin Rohr (SP), der im April demissionierte, treten alle bisherigen Gemeinderäte – Markus Rihner, Christine Iten, Vizeammann Erich Lüdi und Ammann Hans Peter Dössegger – erneut an. Neu tritt zudem Otto Walti (parteilos) an, der sich auch gleich für den Posten als Vizeammann aufstellt. Es kommt deshalb zu einer Kampfwahl mit mindestens sechs Kandidierenden für fünf Sitze. Wie steht Siegenthaler dazu? «Sowohl Walti als auch ich sind sehr gut vernetzt in Seon und haben Chancen auf den Sitz. Letztlich hat das Volk die Wahl, so wie es auch sein soll.»

Auf dem Erfolg weiterfahren

«Die Schule darf unter der neuen Leitung durch den Gemeinderat nicht alleingelassen werden», so Siegenthaler. Es sei sinnvoll, jemanden aus der Schulpflege im Gemeinderat zu haben. Bei den letzten Wahlen trat Schulpflege-Präsidentin Anne-Marie Kneller für einen Gemeinderatssitz an; das Rennen machte dann aber Christine Iten (FDP).

Neben der Präsidentin kenne kaum jemand die Schule Seon so gut wie er, so der 53-Jährige. Er ist seit zehn Jahren Mitglied der Schulpflege und seit acht Jahren deren Vizepräsident. «Seon hat, auch als Bezirksschulstandort, ein gut funktionierendes Schulsystem. Auf diesem Erfolg möchte ich weiterfahren.» Das sei die Hauptmotivation für seine Kandidatur.

Am liebsten das Bildungs- oder Bauressort

Zudem wird durch Rohrs Rücktritt auch passenderweise das Schulressort frei. Obwohl keine freie Ressortwahl herrscht – die bisherigen Mitglieder haben Vorrecht gemäss Amtsjahren –, hofft Siegenthaler, das Ressort übernehmen zu können, sollte er gewählt werden: «Kompetenzen sollten dort, wo sie vorhanden sind, auch sinnvoll genutzt werden.»

Obwohl seit langem in der Bildung tätig, kommt Siegenthaler als eidgenössisch diplomierter Sanitärinstallateur ursprünglich vom Bau. Danach arbeitete er unter anderem elf Jahre als Leiter überbetrieblicher Kurse (ÜK) und ist mittlerweile seit neun Jahren als Berufsschullehrer für angehende Sanitärinstallateurinnen und Sanitärinstallateure an der Berufsschule Lenzburg tätig. Seine zweite Präferenz wäre deshalb das Bauressort. «Ich bin aber auch für alle anderen Ressorts offen und würde mich entsprechend einarbeiten, sollte sich die Verteilung anders ergeben», stellt er klar. «Ich mache das, was mir zugeteilt wird.»

Parteilos aus Überzeugung

Dass er parteilos antritt, ist Siegenthaler wichtig: «In der Gemeinde geht es um Sachgeschäfte. Da möchte ich mich engagieren und alle Seiten anhören, ohne durch eine Partei im Rücken schon in eine Richtung gezogen zu sein.» Müsste er sich jedoch positionieren, so am ehesten in der Mitte – mit in finanzieller Hinsicht Sympathien nach rechts, in Umweltfragen nach links.

Siegenthaler beschreibt sich als Familienmensch, dem auch Bewegung sehr wichtig ist: «Ich fahre so oft es geht mit dem Velo zur Arbeit, auch weil mich so der Verkehr weniger aufregt.» In Lenzburg aufgewachsen, wohnt Siegenthaler mit seiner Frau Ruth Siegenthaler-Lüscher, die in Seon Ortsbürgerin ist, und seinem Sohn seit über 25 Jahren in Seon. Seine Tochter ist mittlerweile erwachsen und ausgezogen. Die Gemeinde beschreibe er gern als das «Tor zum Seetal»: «Seon bietet einem alles zum Leben, und bietet im Vergleich zu anderen Gemeinden trotz der ländlichen Lage eine sehr gute Infrastruktur.»

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