Lenzburg
Stadt ehrt Margrit Müller für ihr Engagement: «Sie ist eine gemeinnützige Helferin»

Was die von Lenzburg geehrte Margrit Müller und Gertrud Villiger, Pionierung der Frauenbewegung, verbindet.

Ruth Steiner
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Fürs Foto ohne Maske liessen sich Ammann Daniel Mosimann und Margrit Müller gestern an der frischen Luft ablichten.

Fürs Foto ohne Maske liessen sich Ammann Daniel Mosimann und Margrit Müller gestern an der frischen Luft ablichten.

Ruth Steiner

Gemeinnützigkeit hat in Lenzburg eine schier unglaubliche Tradition. Seit dem Jahr 2007 erinnert die Stadt mit dem Gertrud Villiger-Platz an die 1908 verstorbene Pionierin der gemeinnützigen Frauenbewegung.

Jetzt reiht sich ein weiterer Name in die Liste der Geehrten ein: Margrit Müller. Vorgestern Abend hat der Stadtrat an der Einwohnerratssitzung Margrit Müller die Ehrenmedaille überreicht. «Margrit Müller ist eine gemeinnützige Helferin», sagte Stadtammann Daniel Mosimann, als er den Schleier über dem jeweils bis in den letzten Moment gut gehüteten Geheimnis lüftete und den Namen der geehrten Person bekanntgab.

Was wohl kaum bekannt ist: Zwischen Gertrud Villiger und Margrit Müller besteht eine spezielle Verbindung. Beide haben eine Zeit lang die Sektion Lenzburg des Schweizerischen Gemeinnützigen Frauenvereins (SGF) präsidiert. Zwischen den beiden Präsidien liegen allerdings über einhundert Jahre.

Margrit Müllers Freiwilligenarbeit begann jedoch schon vor dem SGF-Engagement, wie Ammann Mosimann in der Laudatio verriet. «Ihre gemeinnützige Karriere begann Margrit Müller in der Kommission für Handarbeit und Hauswirtschaft beziehungsweise Kommission für Werken, beides Subkommissionen der Schulpflege, Mitte der 1980er-Jahre, also vor über 30 Jahren.

Dieses Engagement hält immer noch an, Margrit Müller trägt im ökumenischen Forum Kultur Verantwortung.» 1993 übernahm sie dann Aufgaben beim Gemeinnützigen Frauenverein Lenzburg. Zuerst drei Jahre als Vorstandsmitglied, bevor sie 1996 Ruth Simsa als Präsidentin ablöste. Damals gehörte es einfach zum guten Ton, in diesem Verein Mitglied zu sein. Und so habe sie halt im Vorstand mitgearbeitet und sei Präsidentin geworden, zitierte Mosimann die Geehrte.

Mosimann weiter: «Nach rund 10 Jahren Präsidium öffnete sich für Margrit Müller wiederum eine Türe. Voller Elan packte sie das nächste Projekt an. 2007 übernahm sie Verantwortung im Vorstand der Städtischen Hilfsgesellschaft und war ab 2008, als Nachfolgerin von Marlisa Schmocker, bis in diesem Jahr deren Präsidentin.

Bei der Medaillenübergabe gab’s weder einen Handschlag noch ein Küsschen für die Geehrte. Das war der aktuellen Coronasituation geschuldet. Nichtsdestotrotz: Margrit Müller freute sich über die Ehrung sichtlich. «Ich teile sie mit allen, die Freiwilligenarbeit leisten und mithelfen, dass Lenzburg eine lebhafte und menschliche Stadt bleibt.»