Die Rechnung 2018 der Einwohnergemeinde war im Einwohnerrat gestern Abend unbestritten: Klar, wer einen solch glänzenden Abschluss präsentiert (6,7 Mio. Franken Gewinn), hat kaum etwas zu befürchten. «Ein Steuerertrag von über 3000 Franken pro Kopf können nur wenige Gemeinden ausweisen», freute sich SVP-Mann Michael Häusermann.
Der Jahresbericht gab durchaus Anlass zu Diskussionen, und zwar in seiner Form als auch was den Inhalt anbelangt. Nicht alle Parteien mochten das neue Werk loben. Ein Vierfarbendruck, der die trockene Zahlenmaterie mit farbigen Grafiken und Fotos ergänzt. Der Bericht umfasst neu gegen einhundert Seiten. Dazu hiess es von verschieden Seiten im Rat, man benötige keine doppelseitigen Farbfotos, sondern ein für den Einwohnerrat aussagekräftiges Papier. Ebenso wenig täuscht die neue bunte Hülle über die anspruchsvollen Aufgaben hinweg, die auf Lenzburg in den nächsten Jahren warten.
Beat Hiller, Präsident der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPFK), legte den Finger auf verschiedene Punkte, insbesondere die noch laufende Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO), die Verkehrssituation und den neuen Bahnhofplatz. Moniert wurden die fehlende Informatik-Strategie und die sich schon nach kurzer Zeit wieder verschärfende Schulinfrastruktur (AZ 15. 6.). «Eine neue Baustelle öffnet sich im Schulraum», hielt Hiller fest. Dazu geführt hätten das starke Bevölkerungswachstum und sich verändernde Familiengrössen (bis zu drei und mehr Kinder). Von der GPFK wurde gefordert, das in der Planung vorgesehene Schulraumprogramm müsse aufgrund dieser veränderten Bedürfnisse überarbeitet werden. Stadtammann Daniel Mosimann erklärte dazu, dass die Arbeitsgruppe Schulraumplanung vom Stadtrat bereits reaktiviert worden sei.


Daniel Frey neu in der GPFK
Nach 15,5 Jahren Ratstätigkeit wurde Marcel Spörri (EVP) verabschiedet. Spörris Sitz in der GPFK übernimmt dessen Parteikollege Daniel Frey. Er wurde vom Rat für den Rest der Amtsperiode 2018–2021 gewählt.