Lenzburg

SWL Energie AG verkauft ihre Telematik – Mitarbeitende übernehmen sie in einem Spin-off

v.l.: Die Geschäftsführer Markus Blättler (SWL), Pascal Gnepf und Beat Jacobi (Netrium ICT Solutions, die neue Firma). Gnepf war bisher in der SWL für den Bereich Telematik zuständig.

v.l.: Die Geschäftsführer Markus Blättler (SWL), Pascal Gnepf und Beat Jacobi (Netrium ICT Solutions, die neue Firma). Gnepf war bisher in der SWL für den Bereich Telematik zuständig.

Die Branche entwickelt sich weg vom Kerngeschäft des Lenzburger Energielieferanten. Zwei Mitarbeiter sind gleichzeitig Mitbegründer des Spin-off Netrium, mit dem sie das Geschäftsfeld «Telematik» übernehmen.

Die SWL Energie AG platzt an ihrem Standort im Werkhof aus allen Nähten. Mit dem Neubau dauert es aber noch seine Zeit. Nun gibt es beim Raumproblem eine gewisse Entlastung, weil eine ganze Abteilung das Haus verlässt: Der Lenzburger Energielieferant trennt sich per 1. Januar 2020 von seinem Telematikbereich.

Dieser geht an die neu gegründete Netrium ICT Solutions GmbH mit Sitz ebenfalls in Lenzburg. Gesellschafter sind Beat Jacobi, Inhaber der Firma Jacobi Informatik in Lenzburg sowie Pascal Gnepf, bisher bei der SWL verantwortlich für den Bereich Telematik, und Michael Heiniger, Verkaufsleiter Telematik.

Ausgegliedert aber weiterhin enge Zusammenarbeit

Die SWL Energie AG unterstütze das Vorhaben, erklärt Geschäftsleiter Markus Blättler und betont: «Wir sind an der neuen Firma nicht beteiligt, werden jedoch eng mit ihr zusammenarbeiten.» Seit vielen Jahren bietet die SWL Energie AG Netzwerk- und Kommunikationsdienstleistungen an. Vor sechs Jahren hat sie dafür einen separaten Geschäftsbereich «Telematik» geschaffen, um das Geschäft zu forcieren.

In der Zwischenzeit hat sich die Telematikbranche bereits wieder stark verändert. Telekommunikation und Informatik schmelzen immer mehr ineinander und entwickeln sich in einem rasanten Tempo weiter. Heute werden die zwei Welten der IT und der Telefonie auf einer gemeinsamen Kommunikationsplattform verbunden. «Die Anbieter entwickeln sich immer mehr zu ganzheitlichen ICT-Unternehmen», erklärt Markus Blätter (ICT heisst auf deutsch Informations- und Kommunikationstechnologie).

Dieser Trend habe Folgen für die SWL Energie AG. «Um auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben, müsste die SWL ihre isolierten Telematikdienstleistungen zu ICT-Diensten ausbauen.» Von dieser Lösung hat das Energieunternehmen jedoch abgesehen. «Wir hätten uns damit immer weiter weg vom Kerngeschäft bewegt», begründet Blättler den Schritt.

Er verhehlt jedoch nicht, dass bei der SWL durchaus verschiedene Zukunftsvarianten für die Telematik diskutiert wurden, diese jedoch teilweise aus Zeitgründen nicht zum Zug kamen. In der Zwischenzeit zeichnete sich nämlich eine ganz neue Lösung ab: Mitarbeitende der Telematikabteilung hatten die Initiative ergriffen und den Spin-off vorgeschlagen.

Mit der neu gegründeten Firma Netrium ICT Solutions GmbH führen die heutigen SWL-Kader Pascal Gnepf und Michael Heiniger zusammen mit dem IT-Spezialisten Beat Jacobi als Gesellschafter die Dienstleistungen der SWL-Telematik-Abteilung ab 1. Januar 2020 weiter. Jacobi ist Geschäftsführer der neuen Firma, Gnepf sein Stellvertreter. Nebst Heiniger ergänzt Jacobis Frau Marlen als Finanzverantwortliche die Geschäftsleitung.

Das Unternehmen hat seinen Sitz an der Bahnhofstrasse 15 in Lenzburg. Dorthin wird das achtköpfige Telematikteam der SWL inklusive drei Lernenden ziehen. Der 28-jährige Pascal Gnepf ist ein Eigengewächs. Er hat in der SWL bereits die Ausbildung zum Telematiker gemacht. Gnepf erklärt, er freue sich auf die Selbstständigkeit und darüber, Projekte nach eigenem Gutdünken zu realisieren.

«Wir haben realisiert, dass wir uns gut ergänzen»

Mit seinem neuen Geschäftspartner Beat Jacobi hat Pascal Gnepf als SWL-Telematikverantwortlicher schon bei verschiedenen Projekten zusammengearbeitet. Dazu gehört beispielsweise die Digitalisierung der neuen Ausstellung im Museum Burghalde in Lenzburg.

«Wir haben realisiert, dass wir uns gut ergänzen», erzählen Jacobi und Gnepf. Der 48-jährige Beat Jacobi ist seit über 20 Jahren selbstständiger Informatiker. Zudem arbeitet er seit Jahren als Dozent für Informatik-Quereinsteiger.

Netrium fungiert als externer Partner der SWL

Für die Kunden ändert sich kaum etwas, bestätigen Blättler und Jacobi: Einzig dies: Die Kunden erhalten die Dienstleistung in Zukunft nicht mehr aus der SWL-Telematikabteilung, sondern vom externen SWL Partner Netrium.

«So unterstützt das Spin-off die SWL Energie AG beim Kundensupport rund um die Glasfaserangebote», sagt Markus Blättler und betont, das Lenzburger Glasfasernetz verbleibe im Besitz der SWL Energie AG. Ebenso wenig ändert sich bei den Glasfaserangeboten (Internet, TV und Telefonie). Beim SWL-eigenen Internetprodukt «SWLnet5600» bleibt alles beim Alten.

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