Birrwil

Überalterte Computer und keine moderne Buchhaltungsstruktur: Akten-Puff auf der Gemeinde

Aktenchaos auf der Gemeinde Birrwil.

Aktenchaos auf der Gemeinde Birrwil.

In der Gemeinde Birrwil ist zum Vorschein gekommen, dass während Jahren Prozessabläufe, interne Kontrollsysteme, Computer-Programme und auch Aktenablagen nicht den Anforderungen entsprochen haben.

Der Ammann hatte es an der Gemeindeversammlung angetönt: «Wenn abends um elf im Gemeindehaus noch Licht brennt, dann nicht, weil es den Mitarbeitenden dort so gut gefällt», sagte Max Härri.

Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt, war auch, dass ein Traktandum unter anderem verschoben werden musste, weil die nötigen Akten nicht auffindbar waren. 2018 verlor die Gemeinde ihre langjährige Gemeindeschreiberin, ein halbes Jahr später auch die stellvertretende Gemeindeschreiberin und Finanzverwalterin sowie den neu eingestellten, erst 26-jährigen Gemeindeschreiber.

Jetzt legt der Gemeinderat in einer Pressemitteilung die Fakten auf den Tisch: Seit auf der Verwaltung externes Ad-Interim-Personal tätig sei (Finanzverwalterin Oktober bis Dezember 2019, Gemeindeschreiber seit November 2019), sei zum Vorschein gekommen, «dass Kern-Aufgaben die letzten Jahre wohl fehlerfrei erledigt wurden, aber Prozessabläufe, interne Kontrollsysteme, Computer-Programme und auch Aktenablagen nicht den Anforderungen entsprechen.

Die Rede ist von «überalterter, nicht mehr gewarteteter» Computerprogramme, die «keine moderne Buchhaltungsstruktur mehr zulassen».

Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, erst Ende Jahr einen neuen Gemeindeschreiber einzustellen (eine neue Leiterin Finanzen hat im Januar angefangen). Bis dahin werde mit Hilfe des interimistischen Schreibers die Verwaltung reorganisiert und versucht, die Pendenzen aufzuarbeiten, was teilweise mit zeitraubender Handarbeit verbunden sei. Diese externen Kosten sind im Budget 2020 nicht enthalten und werden entsprechend die Rechnung belasten.

Wie konnte es so weit kommen? Max Härri sagt auf diese Frage der AZ: «Wir konzentrieren uns nicht primär auf die Vergangenheit, sondern schauen positiv in die Zukunft. Wichtig ist, dass das Tagesgeschäft läuft und die Pendenzen erledigt werden – Schritt für Schritt.» (nro)

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