Lenzburg

Überraschung in Sachen Mieg-Haus: Burghalde-Chefin ist Käuferin

Historikerin Christine von Arx auf der Terrasse ihrer neuen Wirkungsstätte im Haus Sonnenberg an der Schlossgasse in Lenzburg.

Historikerin Christine von Arx auf der Terrasse ihrer neuen Wirkungsstätte im Haus Sonnenberg an der Schlossgasse in Lenzburg.

Historikerin Christine von Arx will das Haus Sonnenberg sanieren und eine kulturelle Oase einrichten. Lenzburg zementiert damit seinen Ruf als Kulturmetropole.

Ganz Lenzburg hat in der Vergangenheit immer wieder gerätselt, wer sich des Mieg-Hauses am Sonnenberg wohl annehmen wird.

2018 hatte die Peter-Mieg-Stiftung das grosszügige Anwesen des Lenzburger Komponisten, Malers und Publizisten Peter Mieg auf den Markt gebracht, weil ihr das Geld ausgegangen war. Seither sind kaum Neuigkeiten an die Öffentlichkeit gelangt.

Bis jetzt: Nun hat das Haus eine neue Besitzerin. Christine von Arx, noch bis Ende dieses Monats Leiterin des städtischen Museums Burghalde. An der Wintergmeind der Ortsbürger hat von Arx mit ihrer Neuigkeit alle Anwesenden überrascht. Nur wenige Stunden, nachdem sie ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag gesetzt hatte.

Gleichermassen für Aufsehen gesorgt, wie mit der jetzigen Nachricht über den Kauf des Mieg-Hauses, hat Christine von Arx Ende August, als sie nach 13 Jahren ihren Weggang vom Museum Burghalde ankündigte.

Sie spüre Aufbruchstimmung, hatte die 44-Jährige ihre damals noch unbekannte berufliche Neuausrichtung kommentiert. Dass sich von Arx’ neue Wirkungsstätte nun ebenfalls in Lenzburg befindet, wurde von den Ortsbürgern gerne gehört.

Eine kleine, feine Kulturoase

Nachdem sie in den vergangenen Jahren als Leiterin des Museums Burghalde erfolgreich an dessen millionenschweren Sanierung und Modernisierung mitgewirkt hat, verspüre sie nun Lust, «das nächste Objekt aus dem Dornröschenschlaf» zu wecken, erklärt die neue Hausbesitzerin.

Ihr schwebt vor, das Haus Sonnenberg in «eine kleine, feine Kulturoase, eingebettet zwischen Schloss und Gofi», zu verwandeln. Das schon jetzt kulturstarke Lenzburg wird damit in den kommenden Jahren um eine weitere Kulturinstitution reicher.

250 Jahre altes Anwesen hat hohen Investitionsbedarf

Zum Kaufpreis macht von Arx keine Angaben. Sie sagt einzig so viel, dass sich die Peter-Mieg-Stiftung in Anbetracht des hohen Sanierungsbedarfs verhandlungsbereit gezeigt habe. Im vergangenen Jahr hatte ein Spezialist für Luxusimmobilien das Anwesen für einen Kaufpreis von 3,15 Millionen Franken auf den Markt gebracht.

Das 1770 erbaute Anwesen steht auf einem 2500 Quadratmeter grossen Areal. Es besteht aus dem Haupthaus, dem ehemaligen Waschhaus und einem Gartenschopf. Das gesamte Ensemble steht unter nationalem Denkmalschutz.

Nun werden Sanierungs- und Nutzungskonzept erarbeitet. Von Arx ist sich bewusst, dass ein hoher Investitionsbedarf besteht. «Ich weiss, worauf ich mich einlasse», sagt sie mit Nachdruck. Unterstützt wird die künftige Sonnenberg-Chefin von der Immobilienentwicklerin Varem AG aus Basel.

Deren Verwaltungsratspräsident ist von Arx’ Ehemann. Die Firma ist in der Region nicht unbekannt. Sie hat vor drei Jahren die über 200 Jahre alte denkmalgeschützte Gautschi-Villa in Reinach saniert.

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