Lenzburg

Umzug der SWL Energie AG nach Staufen: Der Grosse Rat müsste neue Gemeindegrenze genehmigen

Die SWL Energie AG liebäugelt mit dem Umzug in den Staufner Businesspark Zelgli an der Lenzburger Stadtgrenze (blaue Linie).

Die SWL Energie AG liebäugelt mit dem Umzug in den Staufner Businesspark Zelgli an der Lenzburger Stadtgrenze (blaue Linie).

Lenzburger SWL Energie AG prüft Umzug und Landabtausch mit Staufen – Letzteres wäre sehr aufwendig.

Die SWL Energie AG, die Lenzburg und umliegende Gemeinden mit Energie, Wasser und weiteren Dienstleistungen versorgt, prüft einen Standortwechsel der besonderen Art: Sie liebäugelt mit einem Umzug in den neuen Businesspark Zelgli auf Staufner Gemeindegebiet. Dieser liegt direkt an der Stadtgrenze zu Lenzburg. Der Umzug nach Staufen soll forciert werden, falls die SWL Energie AG am heutigen Standort an der Lenzburger Werkhofstrasse keinen Neubau realisieren kann.

Das Besondere an diesen Überlegungen: Die Führung der SWL Energie AG denkt gleichzeitig laut über einen Landabtausch zwischen Lenzburg und Staufen nach. Das sagte SWL-Geschäftsführer Markus Blättler kürzlich am Rande des Spatenstichs für den Businesspark Zelgli dem «Lenzburger Bezirksanzeiger». Die Idee: Staufen tritt den Boden mit dem Businesspark an Lenzburg ab und erhält im Gegenzug anderswo gleichwertigen Boden von Lenzburg. Die SWL Energie AG würde damit bei einem Umzug in den Staufner Businesspark Zelgli in Lenzburg bleiben.

Was sagt der Staufner Gemeinderat zu dieser Idee der SWL Energie AG? Wäre ein Abtausch von Grundstücken mit Lenzburg auch im Interesse Staufens? Gemeindeammann Otto Moser reagiert auf Anfrage zurückhaltend – und zeigt sich überrascht, dass die Idee der SWL Energie AG am Spatenstich öffentlich bekannt geworden ist. «Es gibt keine offiziellen Gespräche zwischen der Stadt Lenzburg und Staufen zu diesem Thema», sagt Otto Moser. «Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der SWL Energie AG haben zwar mit uns einen möglichen Landabtausch andiskutiert», so Moser weiter. «Alles war jedoch informell. Wir haben vor einem halben Jahr letztmals darüber gesprochen.»

Würde denn der Gemeinderat Hand bieten zu einem solchen Landabtausch? Moser: «Ein Landabtausch zwischen zwei Gemeinden ist selten und politisch ein schwieriges Thema.» Mehr möchte der Staufner Gemeindeammann derzeit nicht dazu sagen. «Wir haben das Thema im Gemeinderat bislang nur am Rande gestreift.»

Ein aufwendiges Verfahren

Ein Landabtausch zwischen Lenzburg und Staufen käme der Verschiebung der gemeinsamen Gemeindegrenze gleich. Das wäre eine grosse Übung, die viel Zeit braucht. Falls es so weit kommt, ist das Vorgehen wie folgt: In einer ersten Phase liegt der Ball bei den beiden Gemeinden. Grundeigentümer und Bewohner der betroffenen Grundstücke müssen angehört werden. Dann entscheiden der Lenzburger Einwohnerrat und die Staufner Gemeindeversammlung, ob der Grenzverlauf geändert werden soll. Diese Beschlüsse müssten noch in einer Volksabstimmung an der Urne bestätigt werden (obligatorisches Referendum).

Das letzte Wort hätte dann der Kanton. Eine sogenannte Regulierung der Gemeindegrenze muss auch vom Grossen Rat genehmigt werden.

Die letzte vergleichbare Regulierung einer Gemeindegrenze wurde in den Jahren 2003 und 2004 zwischen Suhr und Buchs vorgenommen: Damals korrigierten die beiden Gemeinden mit dem Segen des Kantons einen unlogischen Grenzverlauf. Unter anderem wurde der Parkplatz des Buchser Einkaufszentrums Wynecenter, der auf Suhrer Boden lag, Buchs zugeteilt. Mit der Bereinigung trat zudem Suhr die Flächen mit der Kehrichtverbrennungsanlage und der Regionalen Schiessanlage im Lostorf an Buchs ab.

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