Markante Baum-Giganten dienen schon Generationen von Waldspaziergängern als Orientierungshilfe. Wenn sie aber altershalber zur Gefahr für die Wanderer werden und sie aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen, wird der augenfällige Verlust von diesen schmerzlich empfunden. Demnächst stehen im Zuge der winterlichen Bewirtschaftung drei besondere Baumriesen im Lenzburger Waldgebiet im Fokus der Förster.

Nachdem die mächtige Buche ob der Schlosshöhle am Anfang der letzten Aufstiegs-Etappe zum Schloss schon mehrmals dürre Äste auf den Weg fallen liess, ist das Todesurteil gesprochen: Der kranke Baum wird im Zuge der Pflegemassnahmen am Schlossberg gefällt. Immerhin hat die Buche mit 1,30 Metern Durchmesser und 35 Metern Höhe das stattliche Alter von rund 150 Jahren erreicht. Ein Blick in die Höhe bestätigt, dass die Baumkrone weitgehend abgestorben ist.

Damit sind nicht nur die Schlossbesucher gefährdet, sondern auch die dort parkierten Autos des Schlosspersonals. Die Forstdienste Lenzia beseitigen den Baum auf Weisung von Schlossverwalter Peter Jud. Eine anspruchsvolle Aufgabe für Thomas Waltenspühl, den Kletter-Spezialisten im Team. Damit der Baum in die gewünschte Richtung fällt, muss vorerst ein Seitenast abgetrennt werden. Die Fällaktion erfolgt, wenn die Besuchersaison auf dem Schloss abgelaufen ist, Weg und Parkplatz sind dann gesperrt. Die Lücke wird an dieser Stelle notabene nicht sehr augenfällig sein, weil neben der alten bereits eine stämmige Jungbuche (von auch schon etwa 75 Jahren) sich entfaltet hat.

Im Boll werden Eichen gefällt

Anders wird sich die Situation am Waldrand des Boll bei der Schützenmatte präsentieren. Dort flankieren zwei auf 150 Jahre geschätzte mächtige Eichen den Waldeingang, wo die Orientierungstafel steht und ein Rastplatz angelegt wurde. Naheliegend, dass die langsam absterbenden Äste auch hier das Publikum gefährden: «Die Zerfallsphase hat begonnen», sagt Stadtoberförster Frank Haemmerli, der aus den Stämmen immerhin noch Wertholz ernten kann. Die Wächter am Waldeingang allerdings werden künftig fehlen.