Abschied und Aufbruch

Vier Schlussfeiern in Lenzburg – Schulleiter geht vorzeitig in Pension

Den Schülerinnen und Schülern steht die Freude ins Gesicht geschrieben.

Den Schülerinnen und Schülern steht die Freude ins Gesicht geschrieben.

Über den Feiern der Lenzburger Abschlussklassen schwebte der Geist des Jugendfests. Insgesamt wurden vier Feiern durchgeführt. Schulleiter Emil Klaus geht vorzeitig in Pension.

Die jungen Frauen und Männer hatten sich ins Festgewand gestürzt: Die Damen erschienen in eleganten Kleidern, die Herren meist im Anzug, einige mit Schlips oder Fliege um den Hals. Bereit für den festlichen Einzug in die jugendfestlich blumengeschmückte Stadtkirche. So wie es an einem normalen Jugendfest Sitte ist in Lenzburg.

Doch die Schlussfeier in der Stadtkirche bleibt den Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen heuer nicht vergönnt. In diesem Jahr ist alles anders. Die Coronakrise schreibt eigene Geschichten: auch Schulgeschichte. An Stelle des feierlichen Schlussaktes in der Stadtkirche wurden in der Aula im Oberstufenzentrum Lenzhard Montag und Dienstag Abend Schlussfeiern mit jugendfest­licher Note abgehalten. Vier Feiern waren für die neun Klassen nötig, um die Schutzbestimmungen einzuhalten. Im Publikum sassen einzig die Eltern; auch sie mit gebührendem Abstand.

Emil Klaus war 15 Jahre lang Schulleiter an der Bez

Das Leben ist ein Kabarett «Life is cabaret» sangen die Schülerinnen und Schüler. Ob das Lied mit Blick auf die Wochen im schulischen Lockdown und dem Homeschooling extra gewählt wurde? Und wie steht es mit dem Leben des Schulleiters? Emil Klaus lacht. Kabarett sei vielleicht nicht die richtige Bildsprache. Hingegen eine Theaterbühne würde er als Synonym gelten lassen. «Als Schulleiter erlebt man im Alltag viele schöne Momente, muss aber ebenso Tiefschläge und Enttäuschungen verkraften.» In Erinnerung blieben jedoch vor allem positive Erlebnisse, wie Schlussfeiern: «Man darf feststellen, wie sich die jungen Menschen im Ver­laufe der obligatorischen Schulzeit entwickelt haben.» Das sei mitunter ein Grund, weshalb er die Tätigkeit als Schulleiter der Oberstufe sehr geschätzt habe.

15 Jahre lang war Klaus Schulleiter in Lenzburg. Zuerst in einem halben, später in einem vollen Pensum. Im Rückblick bleibe ihm vor allem die Schaffung der Schulzentren in Erinnerung, einer der Höhepunkte als Schulleiter und eine Erfolgs­geschichte. Ebenso freue er sich, dass die Schulleitung nach einem etwas harzigen Start heute volle Akzeptanz geniesse in der gesamten Schullandschaft.

Jetzt geht Emil Klaus frühzeitig in Pension. Den Schritt in den neuen Lebensabschnitt hatte der 63-Jährige sich allerdings etwas anders vorgestellt: Reisen sei angesagt gewesen «mit dem Weg als Ziel», sagt er und lacht. Das ist zwar immer noch möglich, allerdings mit Reisebestimmungen als unliebsame Parameter. Trotzdem freut er sich auf die kommende Zeit. «Jetzt kann ich machen, was ich will», sagt er und sein Lächeln mutet fast etwas spitzbübisch an. Für die jungen Menschen hingegen sind die Weichen anders gestellt: Nach den Sommerferien gehen ihre Wege entweder Richtung wei­tergehende Schulen oder in eine Berufslehre. Als Erinnerung an die Volksschulzeit bleibt ihnen der Jugendfesttaler, den ihnen Stadtammann Daniel Mosimann und Schulpflegepräsidentin Susanne Buri übergeben haben.

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