Lenzburg

«Vive Lenz’France» – Für ein Wochenende wie die Götter in Frankreich

Ein schönes Beispiel, wie sich die beiden Kulturen ergänzen können.

Ein schönes Beispiel, wie sich die beiden Kulturen ergänzen können.

Wer hat den besseren Käse: die Schweiz oder la France? Ein Wochenende voller Genuss soll das klären. Die Kulturtage in Lenzburg finden vom 23. bis 25. Oktober statt.

Letztes Jahr feierte Lenzburg die Festa Svizzera Italia. Ein Wochenende voller italienischer Lebensfreude, organisiert von der Kulturkommission Lenzburg. Dieses Jahr finden die Kulturtage vom 23. bis 25. Oktober wieder statt, ­diesmal unter dem Motto: Vive Lenz’France. Ein ganzes Wochenende lang finden in der Stadt diverse Anlässe statt, vom ­Baguette-Workshop über ein Akkordeonkonzert bis zur Tour de France.

«Die Kulturtage um Italien standen ganz im Zeichen der Migration», sagt Stéphane Vincent, Mitglied der Kulturkommission, mit stilechtem französischem Akzent. Der historische Bezug sei natürlich auch beim Thema Frankreich wichtig, wurde die Gründungsakte des Kantons Aargau ja von Napoleon selber unterzeichnet. Damals lebten schon viele vertriebene Franzosen in der Region, auch nach Lenzburg flohen die Reformierten und brachten neue Handwerke und Familiennamen.

Das Kulinarische ist äusserst wichtig

Doch wie gesagt, es soll nicht nur um die Vergangenheit gehen. Sondern auch um Genuss und ein bisschen um die Klischees. Frankreich steht dem Ferienland Italien ebenbürtig gegenüber. Bei den Sitzungen zur Themenfindung hätten ganz viele Leute angegeben, regelmässig nach Frankreich in die Ferien zu fahren oder dort sogar ein Häuschen zu besitzen. «Das hat sogar mich erstaunt», sagt Vincent. «Nicht zuletzt dank der Sprache haben heute viele einen starken Bezug zu Frankreich und der Romandie.»

Für ein Themenwochenende über La Grande Nation ist das Kulinarische natürlich äusserst wichtig. Workshops in der Boulangerie Haller führen Kinder und Erwachsene in die Magie der Baguettes und Brioches ein. Mit einem Augenzwinkern finden zwei Schlachten zwischen der Schweiz und Frankreich statt: Bataille de Vins France-Suisse und das Gleiche noch in Käse. Und der Chefkoch des «Baur-au-Lac» verrät alles über Brust und Keule à la française.

Wochenende für Kinder und Erwachsene

Nach dem Essen wird musiziert und getanzt. Akkordeon, Bal Musette, Valses und Swing stehen auf dem Programm. «Wenn man dann darf», sagt Vincent. Der Anlass hat ein Schutzkonzept, für alle Gruppenaktivitäten in Innenräumen besteht eine Anmeldepflicht. Vieles findet jedoch draussen statt, zum Beispiel die «Lenz’France Bar» oder die Käse- und Wein-Workshops unter den Arkaden des Gemeindesaals sowie eine Stadtführung auf den Spuren Frankreichs mit Alt Stadtschreiber Christoph Moser oder dem Petanque-­Plausch in der Altstadt.

Das französische Wochenende soll alle ansprechen, Kinder wie Erwachsene. Und sogar der Lenzburger Kadett kommt 2020 noch zu einem Auftritt. Er tritt in einer Fotoausstellung mit dem Gavroche auf, einer Romanfigur aus «Les Misérables». Der Strassenjunge wurde während des republikanischen Aufstandes erschossen und ist seither ein Symbol für den französischen Revolutionsgeist. Mal schauen, was der Kadett in Uniform und Gleichschritt zu so viel Widerborstigkeit meint.

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